Arge: So viele Jobs wie noch nie

Arge: So viele Jobs wie noch nie

Auf dem Arbeitsmarkt war 2015 ein gutes Jahr. Die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigen im Kreis Viersen und in Krefeld hat mit 170.000 ein Allzeithoch erreicht. Völlig untypisch: Im Winter ist die Arbeitslosigkeit nicht deutlich angestiegen.

„Mit der Entwicklung des Arbeitsmarkts im Kreis Viersen und in Krefeld im vergangenen Jahr sind wir zufrieden“, sagte Dirk Strangfeld, Chef der Agentur für Arbeit im Kreis Viersen und in Krefeld. In Viersen liegt die

Arbeitslosenquote

jetzt bei 7,2 Prozent (ebenso hoch wie im Dezember 2015). 10 182 Viersener suchen aktuell Arbeit.

Im neuen Jahr will sich die Agentur verstärkt um die Eingliederung von

Langzeitarbeitslosen

kümmern. In Viersen sind 2 529 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos. Die Mehrzahl der Arbeitslosen hat zwar einen Schulabschluss, jedoch keine abgeschlossene Ausbildung.

Ralf Köpke, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Arbeitsagentur, meinte dazu: „Wir können es uns nicht leisten, einen Teil der Arbeitslosen abzuschreiben.“ Der Gewerkschafter fordert, Geld der Agentur verstärkt in Qualifizierungen zu stecken. Agentur-Chef Strangfeld sieht hier eine Chance, indem Langzeitarbeitslose gezielt Qualifikationen erhalten, die sie für Arbeitgeber interessant machen, etwa einen Staplerschein (Voraussetzung für die Arbeit als Lagerist).

Eine gute Nachricht ist die gesunkene

Jugendarbeitslosigkeit

. Während Ende 2013 nach 2 194 junge Leute im Arbeitsamtsbezirk (Kreis Viersen und Krefeld) ohne Anstellung waren, sank diese Zahl bis Dezember 2015 um 545. In Viersen sind aktuell 556 junge Leute unter 25 erwerbslos gemeldet.

Hartmut Schmitz (Unternehmerschaft Niederrhein, stellvertretender Vorsitzender des Arge-Verwaltungsausschusses) appelliert an Jugendliche, sich nicht nur auf die beliebtesten Ausbildungsplätze zu konzentrieren. Zurzeit entfielen 30 Prozent der Bewerbungen auf die Top Fünf der Azubi-Plätze. Schmitz: „Dabei gibt es 361 Ausbildungsberufe“. Er betonte, dass die Betriebe der Region 90 Prozent der fertig ausgebildeten Azubis übernommen hätten. Die weitaus meisten der jungen Leute, die sich direkt nach der Ausbildung arbeitslos melden, finden in den Folgemonaten eine Stelle.

Bei den

Aussichten für 2016

sind sich die Experten nicht einig. Agentur-Chef Strangfeld rechnet langfristig mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung – auch wenn 2016 vermehrt Flüchtlinge in der Arbeitslosenstatistik auftauchen werden (die Arbeitsagentur hat eine eigene Initiative zur Stellenvermittlung für Migranten gestartet). Unternehmervertreter Schmitz verweist auf die unkalkulierbaren Risiken für die Exportwirtschaft, die 2016 drohen könnten („Brexit“, Abschwächung der Konjunktur in China). Ralf Köpke befürchtet einen weiteren

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Rückgang der Industriearbeitsplätze

um rund 500 allein in Krefeld.

Ein positives Fazit zieht Dirk Strangfeld in Sachen des seit 2015 geltenden

Mindestlohns

: Dieser habe sich nicht als „Jobkiller“ erwiesen und zur Schaffung von schätzungsweise circa 1 000 versicherungspflichtiger neuer Stellen in Krefeld geführt.

(Report Anzeigenblatt)