Kabinenpredigt: Bitteres Ende mit leeren Händen?

Kabinenpredigt : Bitteres Ende mit leeren Händen?

Seien wir ehrlich: Borussia ist kein Champions League-Team. Den erneuten Beweis lieferte das Spiel am Samstagabend gegen Leipzig. In Sachen Engagement, Kampfgeist und Laufbereitschaft war den Gladbachern diesmal nichts vorzuwerfen, doch zeigte die Partie einmal mehr, dass den Fohlen die Klasse, sich dauerhaft unter den TOP4 der Liga zu behaupten, fehlt.

Hat Trainer Dieter Hecking also Recht, wenn er sagt, seine Mannschaft habe in der Hinrunde beständig über ihrem Limit gespielt? Wie aber kann das sein, dass ein Team in den ersten 20 Saisonspielen (die drei Siege zu Beginn der Rückrunde mit eingerechnet) seine Gegner dominiert, nur um dann seit Anfang Februar fast alle Tugenden, die Gladbach bis dahin zu Recht zum Tabellenzweiten gemacht hatten, vermissen zu lassen? Das wird die zentrale Frage in der internen Nachbereitung der Saison sein, doch bis dahin geht es noch darum, wenigstens einen Europa League-Platz zu ergattern. Und selbst dieser scheint in Gefahr – wer hätte das vor zwei Monaten noch gedacht? Hoffenheim (50 Punkte) auf Rang sechs ist nur noch einen Punkt entfernt und am 4. Mai zu Gast im Borussia-Park. Der Siebte Leverkusen hat nur noch drei Punkte Rückstand auf die Fohlen, auch Bremen und Wolfsburg (je 46 Punkte) schielen noch auf den internationalen Wettbewerb. Borussia bekommt es in den letzten vier Saisonspielen außerdem noch mit Stuttgart und Nürnberg, die um den Klassenerhalt kämpfen, und Dortmund, das Meister werden will, zu tun. Diese Gegner, für die es um alles geht, gepaart mit der Gladbacher Abwärts-Spirale, die vor allem im eigenen Stadion nicht enden will, lassen befürchten, dass der Klub nach famosen zwei Saisondritteln im letzten alles zu verspielen droht.

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