Borusia Mönchengladbach empfängt den FC Bayern am Samstag

Spitzenspiel am Samstag : Gegen Bayern aus der Mini-Krise?

Zwei 0:3-Niederlagen kassierte Borussia in den jüngsten beiden Heimspielen. Am Samstagabend kommt nun Rekordmeister FC Bayern München in den Borussia-Park.

Was wäre wenn... Gladbach seine beiden Heimspiele gegen Hertha und Wolfsburg gewonnen hätte? Schließlich gingen die Fohlen in jede Partie als Favorit – dank einer starken Hinrunde, eines gelungenen Rückrundenauftrakts mit drei Siegen und der Tatsache, dass der Borussia-Park elf Spiele hintereinander der Nährboden für jeweils drei Punkte war. Den Rekord mit zwölf Heimsiegen in Serie verpasste Borussia im Spiel gegen die Hertha, und auch gegen Wolfsburg am vergangenen Samstag kam kein weiterer Dreier hinzu.

Hätte Gladbach seine Heimbilanz weiter ausgebaut, es wären nun nur zwei Punkte Rückstand auf den FC Bayern München, der am kommenden Samstag, 2. März, zum Top-Spiel seine Visitenkarte im Borussia-Park abgeben wird. Es wäre das Spiel um Tabellenplatz zwei und die Frage, wer ärgster Verfolger von Spitzenreiter Dortmund bleibt.

Der Konjunktiv hilft der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking nicht weiter; für sie gilt es, die richtigen Lehren aus den beiden jüngsten Heimpleiten zu ziehen. Offensichtlich ist, dass Gladbach seine Effizienz vor dem gegnerischen Tor eingebüßt hat. Sowohl gegen Berlin als auch gegen Wolfsburg ließen die Borussen zahlreiche gute Chancen ungenutzt, gleichzeitig benötigten beide Gegner nicht viel mehr als je drei Chancen, um drei Tore zu erzielen. Gladbachs Verteidiger leisten sich ungewohnte individuelle Fehler, Torjäger Plea ist sein Torriecher abhanden gekommen (erst ein Tor in der Rückrunde).

Bo

russia zehrt (noch) von ihrem Polster, das sie sich in der Hinrunde aufgebaut hat: Der Vorsprung auf Leverkusen auf Platz sieben, der nicht mehr zur Teilnahme an der Europa-League berechtigt, beträgt sieben Punkte, auf einen Nicht-Champions-League-Platz fünf Zähler. Grund genug für die Klub-Verantwortlichen, die beiden jüngsten Niederlagen nicht überzubewerten. „Nicht erklären“ könne man die Niederlage gegen Wolfsburg, sagte Trainer Hecking, „denn wir haben gar nicht schlecht gespielt“: Kurz schütteln, und dann gehe es weiter, so seine Marschrichtung für die aktuelle Trainingswoche vor dem Bayern-Spiel. „Wir brauchen wieder Lockerheit und das Quäntchen Glück, das für uns momentan etwas härter zu erarbeiten ist. Mehr muss man aus dieser Niederlage aber auch nicht machen“, meinte Sportdirektor Max Eberl.

Für die nötige Lockerheit könnte der Brasilianer Raffael sorgen. Nach seiner Verletzungspause steht er vor dem Spiel gegen die Bayern vor der Rückkehr in den Kader. Wenn auch wahrscheinlich noch kein Kandidat für die erste Elf, bietet er Trainer Hecking doch möglicherweise eine weitere Option von der Bank, zumal mit Ibrahima Traroé ein anderer Kreativspieler definitiv ausfallen wird.

Ob ein FC Bayern München für Gladbach nun genau zur richtigen oder zur Un-Zeit kommt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Fakt ist, dass die Münchener den Rückstand auf Primus Dortmund in den vergangenen Wochen Punkt um Punkt verkürzen konnten – nicht etwa dank eigener Stärke, sondern vielmehr aufgrund einer Schwächephase der Dortmunder, die ihren Ursprung im verletzungsbedingten Ausfall von Marco Reus hat. Diese wollen die Bayern weiter ausnutzen. Weitere Motivation dürften die Bayern aus den Erinnerungen ans Hinspiel ziehen, in dem Gladbach noch effizient war und 3:0 siegte.

Am Samstag kommt es nun bereits zum 102. Mal zum Aufeinandertreffen der beiden Teams, die die Deutsche Meisterschaft zwischen 1969 und 1977 ausschließlich untereinander ausmachten. Und seit 2014 weist in der Bundesliga nur die Borussia eine positive Bilanz gegen den Rekordmeister auf (vier Siege, zwei Remis und drei Niederlagen). Kommt der fünfte Sieg am Samstag dazu? Für die Borussia wäre er Gold wert.

(StadtSpiegel)