Kabinenpredigt: Nur Lippenbekenntnisse?

Kabinenpredigt : Nur Lippenbekenntnisse?

„Es wäre ein Albtraum für mich, wenn wir nicht alle zusammen alles dafür tun, diesen Platz fünf, den wir haben, mindestens zu behalten.“ Das sagte Sportdirektor Max Eberl am Montagabend bei der Mitgliederversammlung von Borussia.

So unwahrscheinlich, dass Eberl nach Saisonende das ein oder andere Mal schlecht schlafen wird, ist es inzwischen nicht mehr. Die Leistung der Mannschaft bei den abstiegsgefährdeten Stuttgartern war einmal mehr ganz schwach: kein Konzept, kein Aufbäumen, kaum Kampf. Das hehre Versprechen von Team und Trainer, man werde alles dafür tun, „nach Europa“ zu kommen, verkommt angesichts solcher Darbietungen zu Lippenbekenntnissen. Wenn Christoph Kramer nach Stuttgart sagt, man sei „nicht richtig auf Sendung gewesen“, wenn Jonas Hofmann bekennt, dass man es nicht schaffe, „Emotionen reinzubringen“, wenn Tobias Strobl erkannt hat, dass „der letzte Biss, die letzte Gier fehlt“ – da fragt man sich doch: Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb lag dank starken 20 Spieltagen und einer zuletzt schwächelnden direkten Konkurrenz auf dem Silbertablett bereit, nur schafft es Gladbach Woche für Woche nicht, zuzugreifen. Jetzt ist es fast zu spät, die Fohlen drohen nach hinten durchgereicht zu werden: Platz acht ist nur noch zwei Punkte entfernt. Neun Punkte sind an den letzten drei Spieltagen noch zu holen; in Borussias aktueller Verfassung scheint davon – auch angesichts der Gegner Hoffenheim (will nach Europa), Nürnberg (will drinbleiben) und Dortmund (will Meister werden) – noch nicht einmal einer realistisch.

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