Es geht aufwärts, aber...

Es geht aufwärts, aber...

Kämmerer Willy Kerbusch schaut wieder optimistisch in die Zukunft. Nach vier schwierigen Haushaltsjahren, in denen die gesamte sogenannte Ausgleichsrücklage verbraucht wurde, hat er am Donnerstag einen Haushaltsentwurf für das Jahr 2018 vorgelegt, der bei Einnahmen und Ausgaben nicht nur ausgeglichen ist, sondern sogar ein Plus von über 2,6 Millionen Euro aufweist (bei einem Volumen von 142 Millionen Euro).

Mussten in den Jahren 2015 und 2016 wegen Einbrüchen bei den Gewerbesteuern noch Haushaltssperren ausgesprochen werden, um die prognostizierten Ziele noch irgendwie erfüllen zu können, weist der städtische Haushalt ab diesem Jahr Überschüsse aus. Willy Kerbusch führt dies einerseits auf konjunkturelle Faktoren zurück, auf die Einkommenssteuerentwicklung und die Niedrigzinsphase, aber auch der Wegfall des NRW-Kommunalsolis und der Kommunalfinanzierung des Fonds Deutscher Einheit spielen hier eine Rolle. Zudem zeigen die Konsolidierungsmaßnahmen der letzten Jahre in Willich selbst nachhaltige Wirkung.

 Simone Küppers, Leiterin Zentrale Fianzen, und Kämmerer Willy Kerbusch präsentieren den Haushaltsentwurf 2018, der erstmals seit Langem wieder mit einem Plus abschließt.
Simone Küppers, Leiterin Zentrale Fianzen, und Kämmerer Willy Kerbusch präsentieren den Haushaltsentwurf 2018, der erstmals seit Langem wieder mit einem Plus abschließt. Foto: KL

Trotzdem sieht Kerbusch keinen Grund dafür, jetzt aus dem Vollem zu schöpfen. Etwaigen Wünschen der Parteien erklärt er von vorneherein eine Absage. Allerdings haben Verwaltungsvorstand und Stadtkämmerer einige zu weit gehende Kürzungen bereits selbst korrigiert. Mit einer Million zusätzlich (gegenüber 2017) sollen die Wiedereinführung der Grundreinigung von Schulen und Kitas, eine verbesserte Pflege von Grünflächen, Straßenbegleitgrün und Friedhöfen sowie eine bessere Instandhaltung und Ausstattung der Grundschulen möglich gemacht werden. Erhöhungen sind auch für die Straßenreinigung und Gebäudeunterhaltung vorgesehen. Und auch im Personalbereich (Bauverwaltung) soll aufgestockt werden, um Staus bei Baugenehmigungen zu beenden.

Mit den Überschüssen der kommenden Jahre (bis 2021 knapp 8 Mio. Euro) möchte Kerbusch die Ausgleichsrücklage wieder auffüllen und damit Vorsorge für schlechtere Zeiten treffen. Denn auch wenn die Stadt Willich mit ihrer Eigenkapitalquote in NRW im oberen Drittel liegt und aufgrund ihrer Finanzkraft bei Schlüsselzuweisungen des Landes in der Regel leer ausgeht, wird die Stadt am 31. Dezember 2018 insgesamt fast 79 Millionen Euro Schulden haben (1 531 Euro je Einwohner).

(Report Anzeigenblatt)