Am Freitag ging der Prozess gegen Georg K. vor dem Krefelder Landgericht weiter/ Verteidiger Helms äußerte sich: Ex-Pfarrer Georg K. sagt doch nicht aus

Am Freitag ging der Prozess gegen Georg K. vor dem Krefelder Landgericht weiter/ Verteidiger Helms äußerte sich : Ex-Pfarrer Georg K. sagt doch nicht aus

Freitagmorgen, kurz vor 10 Uhr. Gespannte Atmosphäre vor Saal 167 des Krefelder Landgerichts. Hier beginnt gleich der dritte Prozesstag gegen den früheren Nettetaler Pfarrer Georg K. Er soll über Jahre hinweg ein Brüderpaar missbraucht haben, das zu Beginn der vorgeworfenen Taten elf und acht Jahre alt gewesen ist.

Am Ende des letzten Prozesstages hatte der Verteidiger für heute eine „Erklärung des Angeklagten“ angekündigt.

Krefeld/ Nettetal (nms).

Aber die kam nicht. Stattdessen sprach Verteidiger Wilhelm Helms. Er habe seinem Mandanten geraten, nicht seine Sicht der Dinge darzustellen. In etwa der Hälfte der angeklagten Fälle erinnere der Pfarrer den Ablauf anders als es die Opfer tun. „Ich habe ihm gesagt: Ersparen Sie es den Brüdern, mit Ihnen darüber zu streiten, wie intensiv die eine oder andere Handlung war, wie sich die Mitwirkung gestaltete“, so Helms. Für das Strafmaß sei das ohnehin unerheblich. K. werde sich zu seiner Schuld im Schlusswort äußern.

Richter Herbert Luczak verlas später noch etliche SMS, die der Angeklagte und der ältere der Brüder im Dezember 2009 und Januar 2010 ausgetauscht hatten. K. plaudert darin meist banal, über das Wetter und Grillen mit Freunden. Der junge Mann entschuldigt sich fast für die Anzeige: „Es geht nicht darum, Dich fertig zu machen, ich will Dir nur helfen.“ Später gesteht K. ihm gegenüber ein: „Ich kann Dir versprechen, dass ich aus meinen Fehlern gelernt habe. Ich habe so viel Ungemach über viele liebe Menschen gebracht.“

Die Vorwürfe, sich auch in einem Schlafsaal in Südafrika an Kindern vergangen zu haben, weist er darin zurück: „Hier habe ich mir nichts vorzuwerfen, ich habe nichts gemacht. Ich wollte nur, dass die Kinder schlafen.“ Das, was in Deutschland passiere – also das Bekanntwerden von immer mehr Vorwürfen – schade ihm.

Die Anklage hatte 26 Fälle von sexuellem Missbrauch an dem Brüderpaar aufgelistet – Taten aus den Jahren 2001 bis 2006. Anfang 2007 war Pfarrer K. nach Südafrika gereist, hatte dort in einer Gemeinde gearbeitet. Im Februar 2008 soll er in einem Feriencamp Kommunionkinder unsittlich berührt haben. Deswegen hatte er in Südafrika insgesamt sechs Jahre vor Gericht gestanden, war während dieser Zeit als Pfarrer suspendiert worden. Im Juni 2014 war das Verfahren dort eingestellt und K. ausgeliefert worden. Am ersten Prozesstag hatte er geschwiegen – und damit Unverständnis unter den Zuschauern produziert. Denn schließlich gab es eine „Selbstanzeige“, die K. schon 2010, nachdem während der Berichterstattung über den Prozess in Südafrika die Vorwürfe in Deutschland immer lauter geworden waren, von Südafrika aus an die hiesige Staatsanwaltschaft geschickt hatte. Darin heißt es, die öffentlich in Deutschland vorgebrachten Vorwürfe seien „in vielen Punkten richtig“. Er habe Menschen Schaden und Schmerzen zugefügt und wolle helfen, das wieder gutzumachen.

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Statt eines Geständnisses, kam aber eine Erklärung des Verteidigers, sein Mandant wolle „zunächst“ nichts zu den Vorwürfen sagen, er erinnere sich nicht richtig.

Das Bistum Aachen hatte in einer Erklärung unmittelbar vor Prozessbeginn der Hoffnung Ausdruck gegeben, der Pfarrer werde durch ein „umfängliches Geständnis“ für ein „zügiges Verfahren“ sorgen. „Wir haben die Sorge, dass anderenfalls die Opfer, denen unser tiefes Mitgefühl gilt, noch einmal ihr Leid durchleben müssen“, heißt es in der Erklärung weiter. Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt.

Vor möglichen Maßnahmen will die Kirche das Urteil abwarten: „Im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wird kirchenrechtlich über die Entlassung des Pfarrers aus dem Klerikerstand entschieden.“

(Report Anzeigenblatt)