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Jetzt ins Krankenhaus

Evangelisches Krankenhaus Bethesda : Jetzt ins Krankenhaus

Es sind nicht nur ältere Menschen. Auch junge Leute gehen zum Teil aus Angst vor einer Corona-Infektion nicht ins Krankenhaus. So ging die Anzahl der in Krankenhäusern behandelten Herzinfarkte und Schlaganfälle bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr stark zurück.

Mit der zweiten Welle, so befürchten Ärzte und Krankenkassen, wird die Zahl von dringend zu behandelnden Patienten, die ihren Aufenthalt in der Klinik auf ungewisse Zeit aufschieben, wieder bedenklich steigen. Dabei kann die Entscheidung, nicht ins Krankenhaus zu gehen, lebensgefährlich, auf jeden Fall aber mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen verbunden sein. Denn die Gefahr, schwere Erkrankungen zu übersehen oder zu spät zu behandeln, ist groß. Es sind gerade lebensbedrohende Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs und Autoimmunerkrankungen, die möglichst früh erkannt und behandelt werden müssen. Eine Untersuchung, klinische Behandlung und gegebenenfalls eine lebensrettende Operation aus Angst vor einer Infektion mit COVID19 zu verschieben, kann das Leben kosten.

Doch die Unsicherheit auf Seiten der Patienten bleibt. Wie hoch ist die Gefahr, sich bei einem Krankenhausaufenthalt mit dem Corona-Virus zu infizieren? Kommt man möglicherweise mit einem Corona-Infizierten in ein Zimmer? Tragen alle – Ärzte, Krankenschwestern, sonstige Angestellte und die anderen Patienten – einen Mund-Nasen-Schutz? Wie gut wird alles desinfiziert? Diese und andere Fragen stellen sich viele Patienten, wenn sie ins Krankenhaus müssen. Die gute Nachricht: Auf den derzeitigen Anstieg von Corona-Erkrankungen sind die deutschen Krankenhäuser gut vorbereitet, denn der Anstieg zum Herbst wurde bereits früh vorhergesagt. Die Krankenhäuser haben also beizeiten und mit viel Aufwand dafür gesorgt, dass Covid-19-Patienten nicht mit anderen Patienten in Kontakt kommen. Es wurden separate Covid-19-Stationen eingerichtet und Intensivbetten freigehalten.

Nicht warten, bis es zu spät ist!

Krankenhaus Bethesda: keine erhöhte Ansteckungsgefahr für Patienten

Dr. med. Michael Tümen, Facharzt für Innere Medizin und Klinische Akut- und Notfallmedizin am Krankenhaus Bethesda Foto: Ev. Krankenhaus Bethesda

Die Angst der Mönchengladbacher vor einer COVID19-Infektion ist spürbar. Das hat positive Effekte wie konsequentes Maskentragen, aber auch negative und sehr gefährliche. So hat sich in der Notaufnahme des Krankenhauses Bethesda während der ersten Corona-Welle ein gefährlicher Trend abgezeichnet. „Ich habe noch nie so viele Menschen mit einem so niedrigen Hämoglobin-Wert in der Notaufnahme erlebt“, stellt Dr. med. Michael Tümen, Facharzt für Innere Medizin und Klinische Akut- und Notfallmedizin am Krankenhaus Bethesda, fest. Derart hoher Blutverlust, verursacht zum Beispiel durch Darmkrebs oder ein Magengeschwür, sei lebensbedrohlich. „Auch wenn Kontrolltermine, zum Beispiel bei Veränderungen/Entzündungszuständen von Organen, aus Angst vor einer Ansteckung nicht wahrgenommen werden, kann das ernsthafte Konsequenzen haben. So war in einem Fall eine Veränderung an der Bauchspeicheldrüse zum Zeitpunkt der verspäteten Vorstellung bösartig entartet und bereits nicht mehr operabel. In einem anderen Fall stellte sich ein Patient erst mehrere Tage nach Einsetzen der typischen Symptomatik eines Herzinfarktes mit linksseitigen Brustschmerzen vor – zum Zeitpunkt der dann notfallmäßig erfolgten Herzkatheteruntersuchung war so leider schon viel Herzmuskelgewebe zugrunde gegangen.“ Für Dr. Tümen manchmal eine schwer zu ertragende Entwicklung. Er sagt: „Wenn diese Patienten früher gekommen wären, hätten wir sie erfolgreicher behandeln können.“

Die Gefahr, die von COVID19 ausgeht, nimmt der Facharzt sehr ernst. Aber das Virus sei kein Grund, notwendige Untersuchungen und Eingriffe zu unterlassen. „Die Menschen sind im Bethesda sicher aufgehoben“, erklärt er. „Patienten mit verdächtigen Symptomen testen wir sofort mit einem PCR-ähnlichen, extrem sicheren Corona-Schnelltest und separieren sie bei positivem Befund. Wir haben eine spezielle Isolierstation und 13 Beatmungsplätze, die bei Bedarf aufgestockt werden.“ Um das Krankenhaus und speziell die Intensivstation möglichst gut abzuschirmen, gelte weiterhin Besuchsverbot. Von der strikten Umsetzung aller Hygiene- und Abstandsregeln ganz zu schweigen.

Last, but not least sind da die oft bis an die Grenzen der Belastbarkeit arbeitenden Kollegen und Kolleginnen: Ärzte, Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Reinigungspersonal. „Die Aufgabe, die wir hier stemmen, ist eine Gemeinschaftsleistung, und ich bin froh, dass unser Team sie bisher so gut bewältigt hat.“

Ev. Krankenhaus Bethesda

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