: Traumweg mit Geschichte

: Traumweg mit Geschichte

Wer das Wandern liebt, der sollte einen Rundweg durch das Schaagbachtal fest auf seiner Agenda haben. Das wildromantische Schaagbachtal mit seiner unverfälschten Natur liegt direkt um die Ecke. DerExtra-Tipp war mit Wanderführer Wilfried Schröder auf dieser traumhaften Wanderstrecke mit interessanter Geschichte unterwegs.

. Von Mönchengladbach aus ist man schnell dort – und die Anreise lohnt sich. Das Waldgebiet Schaagbachtal bei Wildenrath ist etwas ganz Besonderes. Auf etwa zehn Kilometern findet der echte Wanderfreund alles, was sein Wanderherz begehrt. In zirka 2,5 Stunden lässt sich das Schaagbachtal mit seinen natürlichen schmalen Pfaden, der unverfälschten Natur durchwandern, dort, wo Königsfarne und die sehr seltene Sumpfcalla den Wegesrand und die Feuchtgebiete urwüchsig gestalten. Hin und wieder kreuzt pfeilschnell schwirrend eine Fledermaus den Weg. Ebenso begegnet man dem Eisvogel, seltener jedoch dem Kleiber, den Tannen – oder Schwanzmeisen, die eher scheu sind – auf alle Fälle aber dem Reiher, der sich hier an einem Weiher ausgiebig und mit großer Gelassenheit dem Fischfang widmet.

Wanderführer Wilfried Schröder aus Rheindahlen kennt jeden Pfad und jeden Winkel des Schaagbachtals und hat diese Wanderstrecke für die Stadt Wegberg in Zusammenarbeit mit dem Verein Niederrhein Krefeld e.V . ausgearbeitet und skizziert. Der Verein hat auch die Pflege- und Wartungsleistungen übernommen.

Neben einer reizvollen Flora und Fauna hat der Wanderweg Schaagbachtal auch Geschichtliches zu bieten. Schließt man sich dem Wanderführer an, so erfährt man zum Beispiel, welche archäologischen Funde nachgewiesen haben, dass es im Schaagbachtal schon im Mittelalter ein großes Ton- und Sandvorkommen gab. Bis ins 20. Jahrhundert hinein ermöglichte die Ausbeutung dieser Ressourcen zahlreichen Familien ein gesichertes Einkommen und auch großen Wohlstand, denn aus Ton ließen sich hervorragend Dachziegel herstellen. Zeitzeugen der Geschichte sind auch alte erhaltende Stellungen des berühmten Westwalls, den Hitler als Bollwerk im Kampf gegen die Alliierten im Zweiten Weltkrieg (1938/40) errichten ließ. Wer dem Wanderführer auf Schritt und Tritt durch das wild-romantische Schaagbachtal folgt, den führt Wilfried Schröder auch zu diesen vielen Schützengräben, die noch heute gut erkennbar sind.

Zeit für Rast darf natürlich auch mal sein. Am idyllischen Haus Wildenrath (vor 300 Jahren als fränkischer Hof erbaut), der heute ältesten Naturschutz-Station Deutschlands, wo deutsche Sperber (Hühner) und Gänse noch wie vor 100 Jahren gehalten werden, wo man den Moorschnucken und dem seltenen Bentheimer Landschwein begegnet, lässt sich die Wanderung hervorragend Revue passieren. Der Wanderweg ist gut gekennzeichnet und so kann ihn jeder auch für sich alleine entdecken.

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