Daumen hoch für Spielwiese

Daumen hoch für Spielwiese

Ohne Vorwarnung kamen die Bagger und rodeten die Spielwiesen der Kinder. Damit hatten die Vorarbeiten zu einer Staudenbepflanzung in den Straßen Römerkuppe und Brandhügel begonnen Dagegen protestierten die Anwohner.

Nach einem schriftlichen Einspruch an die mags wurde ein Kompromiss gefunden: Die Spielwiesen werden wiederhergestellt.

Gut gemeint ist nicht immer gut geholfen - diese Erfahrung musste die mags (Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe) machen. Nach der erfolgreichen Testphase mit Stauden- und Blumenwiesen am Rheydter Ring und im Nordpark weiten sie diese Bepflanzungsform aus. An einem Montagmorgen, Mitte November, rückten nun ein Bagger, ein Lkw und ein fünfköpfiger Arbeitstrupp in der Römerkuppe an. Die fragenden Anwohnern erhielten die Antwort: „Hier entsteht eine Staudenbepflanzung.“

Eltern und Nachbarn von Römerkuppe und Brandhügel, beschwerten sich ohne Erfolg bei den Arbeitern. Gemäß des Auftrags wurde die bestehende Wiese ausgekoffert und die mit Besen, Harken und Schaufeln bewaffneten Arbeiter machten sich an die Feinarbeit, die am darauf folgenden Dienstag erledigt war. Aus der Spielwiese der Kinder wurde eine fein geharkte Erdfläche.

Es kam, wie es musste, ein Beschwerdebrief an die mags wurde aufgesetzt, gerichtet an die Geschäftsführerin Gaby Teufel. Was die Anwohner erzürnte? Die Wiesenflächen vor den Einfamilienhäusern waren jahrzehntelang Spielplätze für die Kinder, die dort gefahrlos spielen konnten, Autoverkehr gibt es dort nicht. Auch wurden Nachbarschaftsfeste veranstaltet. Genauso soll es nach dem Willen der Anwohner auch bleiben.

Die Anwohner klagten über die Nichtinformation der Arbeiten. Helga Schaarschmidt und Christine Burkert: „Dass hier über unsere Köpfe hinweg eine solche Entscheidung getroffen wurde, wollen wir nicht hinnehmen. Mit uns hat keiner von der mags vorab geredet, noch konnten wir Stellung beziehen.“

Die Beschwerde hatte Erfolg. Ende November, gab es einen Termin mit Jan Biehl, Leiter der mags-Grünunterhaltung. Der suchte sofort den Kontakt zu den Anwohnern: „Ich habe das da zu verantworten. Und ich bin hier, weil wir eine gute Lösung finden wollen.“ Für die nichterfolgte Information entschuldigte er sich.

Jan Biehl hatte einen Vorschlag, der ohne Diskussion angenommen wurde. „Die beiden Flächen in Römerkuppe und Brandhügel werden wieder als Wiese hergestellt.“ Da die Anwohner als Kompromissvorschlag die Pflege der Anlage angeboten hatten, wurde das auch so festgehalten. Demnächst gibt es einen Patenschaftsvertrag.

(Report Anzeigenblatt)