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Radsport: Der Hai zurück in Messina - Nibalis Giro-Mission führt zu den Wurzeln

Radsport : Der Hai zurück in Messina - Nibalis Giro-Mission führt zu den Wurzeln

(sid). Am Dienstag führte der 100. Giro d'Italia nach Messina, der Heimatstadt von Titelverteidiger Vincenzo Nibali. Dort nahm seine Karriere einst ihren Anfang, in diesem Jahr soll sie nur Zwischenstopp auf dem Weg zum dritten Giro-Sieg sein.

Köln/Messina (SID) An den kargen Hängen des Ätna blies ein ungemütlich kräftiger Wind, doch allein die Aussicht auf ein Foto mit Vincenzo Nibali ließ die sizilianischen Tifosi in der unwirklichen Szenerie ausharren. Stundenlang standen sich Hunderte die Beine in den Bauch, um den italienischen Radprofi im Ziel der vierten Etappe des 100. Giro d'Italia lautstark zu empfangen.

Die Begeisterung für Nibali war ausufernd. Der Titelverteidiger, der frühere Tour-Sieger und sizilianische Volksheld hatte sich auf dem Weg zum erhofften dritten Gesamtsieg bei der Italien-Rundfahrt am Montag zwar keinen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft, ließ beim ersten Schlagabtausch der Top-Favoriten mit einer Attacke aber dennoch die Muskeln spielen.

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Wie die Fans war auch Nibali bester Laune, wegen des Rennverlaufs ("Es war sehr ermutigend, ich fühle mich gut"), aber auch aufgrund des warmherzigen Empfangs in der Heimat. Und auch am Dienstag durfte sich der 32-Jährige auf reihenweise Sympathiebekundungen einstellen, als die fünften Etappe in seine Geburtsstadt Messina führte.

"Das ist einmalig. Ich freue mich, auch für meine Fans, meine Stadt und meine Eltern", hatte Nibali bereits vor dem Giro-Start gesagt. Hier hatte für Nibali, Spitzname "Hai von Messina", einst alles seinen Anfang genommen.

Als ganz Italien Marco Pantani am Ende seiner Glanzzeit noch zu Füßen lag, ging Nibali ein großes Wagnis ein. Unweit der Via Giuseppe Garibaldi, wo das Teilstück am Dienstag endete, setzen die Fähren auf das Festland nach Kalabrien über. Mit 16 Jahren stand Nibali am Kai und war entschlossen, alles hinter sich zu lassen - Elternhaus, Freunde, Sizilien. Sein Ziel lautete Toskana, dort trainierte er für seinen Traum vom Leben als Radprofi.

Seither ist aus dem schmächtigen Teenager ein schmächtiger Mann geworden, der mit vier Siegen bei großen Landesrundfahrten die Sehnsüchte der italienischen Fans, aber auch die eigenen erfüllte. Nibali fährt Porsche, sein Lebensmittelpunkt ist im Schweizer Lugano, doch ist die Verbundenheit zu seiner Heimat unverändert groß. "Ich kenne meine Vergangenheit und weiß, wo ich herkomme", sagt er.

Nibalis Stolz ist eine seiner Stärken. Wird der verletzt, setzt es beim Kapitän des Teams Bahrain-Merida Kräfte frei. "Seine Fähigkeit zurückzuschlagen, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht, ist unglaublich", sagte sein langjähriger Trainer Paolo Slongo.

Das sollte sich auch Nairo Quintana merken. Der kleine Kolumbianer vom Team Movistar gilt als größter Rivale im Kampf um den Gesamtsieg beim Jubiläums-Giro, beiden wird ein angespanntes Verhältnis nachgesagt. In den entscheidenden Bergetappen muss Nibali allerdings auf Teamkollege Javier Moreno verzichten. Der Spanier wurde nach einem Stoß gegen Diego Rosa (Italien/Sky) nach der vierten Etappe vom Giro ausgeschlossen.

Vor der nächsten Schinderei im Gebirge stehen aber ein paar vergleichsweise harmlose Etappen auf dem Plan - der emotionale Höhepunkt wartete auf Nibali dabei schon am Dienstag.