Eine einfühlsame Fellnase

Eine einfühlsame Fellnase

Flauschig, treu, verschmust und der Schwanz wedelt in Dauerschleife — die fünfjährige Hündin Jona ist der Star in der Gesamtschule Brüggen.

Beim Betreten des Büros von Alexandra Jansen wird man von der flinken Fellnase gleich ganz stürmisch, voller Freude, begrüßt. Auf dem Rücken liegend streckt sie entspannt alle Viere von sich und suggeriert mit nur einem Blick: "Kraulen, bitte!". Die Hündin gehört zu der 28-Jährigen, die seit Oktober vergangenen Jahres als Sozialarbeiterin an der Schule arbeitet.

Neben ihrem Job als Schulsozialarbeiterin bildet Alexandra Jansen Pädagogik-Begleithunde aus. Foto: Simone Krakau

Aber Hündin Jona ist viel mehr als nur eine Begleitung: Sie ist ein ausgebildeter Therapiebegleithund und wird mindestens zwei Mal pro Woche im Förderunterricht oder im Tischgruppentraining für die Klassen 5 und 6, welches die Gruppenfähigkeit stärken und das Lernverhalten analysieren soll, eingesetzt. Dann fordert ihr Frauchen sie beispielsweise zum Würfeln auf. Auf dem großen Würfel stehen dann Fragen, welche die Schüler beantworten sollen. Oder aber Jona muss direkt eine Karten aus dem Stapel ziehen. "Das kommt bei den Kindern gut an und motiviert sie", sagt Frauchen Alexandra Jansen.

Manchmal ist der Australian Shepherd Border Collie-Mischling auch einfach nur anwesend. "Das reicht häufig schon, um gestresste oder aufgebrachte Kinder runterzubringen, zu beruhigen", betont die 28-Jährige.

Aber auch außerhalb des Förderunterrichts suchen Schüler den Kontakt zu der Fellnase. Immer wieder klopfe man an die Bürotüre der Schulsozialarbeiterin, um Jona über das weiche Fell zu streicheln oder sie hinter den Ohren zu kraulen. Geht es einem Schüler nicht so gut, spiegle die Hündin das in ihrem Verhalten wider. "Da ist Jona besonders einfühlsam. Und ich weiß dann sofort, dass etwas nicht stimmt und kann auf die Schüler eingehen", erklärt sie.

Doch neben dem ganzen Schultrubel brauche Jona auch viel Ruhe. "Nach einer Stunde in der Klasse ist sie hundemüde", sagt Jansen. Im Büro des Frauchens kann sich Jona aber jederzeit zurückziehen und zur Ruhe kommen. Währenddessen bietet Alexandra Jansen dann Gruppenangebote im Spieleraum an, kümmert sich um die Teestube für die Oberstufenschüler oder schlichtet Konflikte auf dem Schulhof. "Ich suche eigentlich permanent den Kontakt zu den Schülern", sagt sie.

Zuvor war die junge Frau als Streetworkerin in Niederkrüchten aktiv — Jona immer dabei. Im vergangenen Jahr sehnte sie sich dann nach einem Tapetenwechsel. "Ich wollte etwas Neues machen", erinnert sie sich. "Der Wechsel ist mir aber nicht schwergefallen, da ich den Sozialraum und auch einige der Schüler bereits kannte."

Mittlerweile bildet sie Hunde auch selbst zu Therapiebegleithunden aus und ist Sachverständige nach dem Landeshundegesetz NRW. Mit Daniela Schramm hat sie "NetteHundeMG" gegründet, ein Schulungszentrum für tiergestützte Therapie.

(Report Anzeigenblatt)