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Euro 2024: „Wir sind jetzt mal dran“

Euro 2024: „Wir sind jetzt mal dran“

Seit Freitag sind die Unterlagen beim DFB: Die Stadt Mönchengladbach und Borussia haben ihre offizielle Bewerbung als Austragungsort der Europameisterschaft 2024 abgegeben. Eine Entscheidung fällt aber erst im September.

Wenn man Chancen auf die Europameisterschaft haben will, dann muss man etwas Besonderes machen. Auffallen und Herausstechen soll die Bewerbung der Stadt Mönchengladbach und von Borussia. Ein schnödes Verschicken der notwendigen Unterlagen an den DFB reicht da nicht aus. Entsprechend machte sich am Freitag um 9 Uhr ein ganz besonderer Tross auf den Weg nach Frankfurt. Gleich drei Generationen saßen da im Bus: Opa Norbert Buchholz, Sohn Marcel und Enkelin Lea-Sophie waren ausgewählt worden, die Bewerbung persönlich an den Generalsekretär des DFB, Dr. Friedrich Curtius, zu übergeben. „Wir sind eine total fußballverrückte Familie. Als die Anfrage kam, gab es nichts zu überlegen“, sagt Marcel Buchholz. Schließlich sei dies nicht nur eine Ehre, sondern man habe auch eine gewisse Bringschuld der Stadt gegenüber.

Mit an Bord hatten sie auch ein dickes Buch: „Unser Traum 2024“ ist dort in großen, grünen Lettern auf dem Cover zu sehen, innen drin sind mehr als 15 000 Unterschriften von Mönchengladbacher Bürgern und Borussia-Fans zusammengefasst. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Mönchengladbach gibt eine blitzsaubere Bewerbung ab“, urteilte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der zusammen mit Borussias Präsident Rolf Königs die letzten beiden Unterschriften in das Buch setzte.

Eine wachsende Stadt mit guter Infrastruktur, ein sportbegeistertes Publikum mit mehr als 15 Millionen Besuchern im Borussia-Park seit 2004, ein Stadion, das dem Verein gehöre, Länder- und Europapokalspiele – all das seien Argumente, die für Mönchengladbach als Austragungsort der Europameisterschaft 2024 sprechen würden. Schließlich schaute man bisher bei den Großereignissen in die Röhre. Ob bei der WM 1974, der EM 1988 oder dem Sommermärchen 2006 – Mönchengladbach wurde nicht berücksichtigt. „Gerade 2006 hat weh getan“, machte Königs nochmals deutlich. Damals hatte man beim DFB an die Vision vom Borussia-Park nicht geglaubt, jetzt aber „kommen sie nicht an uns vorbei“, so Königs. Und Reiners ergänzt: „Wir sind jetzt mal dran.“

Bis zur endgültigen Entscheidung muss man sich aber noch etwas gedulden. Bis Montag, 10. Juli, haben die 14 Bewerberstädte noch Zeit, ihre Unterlagen einzureichen. Eine Entscheidung über die zehn Austragungsstätten fällt dann am 15. September.

(Report Anzeigenblatt)