Großeltern zum Ausleihen

Großeltern zum Ausleihen

Für Kinder ein weiterer Ansprechpartner, für die Eltern eine große Entlastung: Die Burggemeinde Brüggen möchte in Zusammenarbeit mit der Jedermann Hilfe Brüggen und dem Jugendamt das Projekt Leihoma/ Leihopa ins Leben rufen.

Eine erste Info-Veranstaltung gibt es am Freitag, 25. Januar, 17 Uhr.

Schon immer waren Großeltern eine gern gesehene Hilfe bei der Erziehung der Kinder. Die Kleinen beispielsweise vom Kindergarten abholen, oder etwas mit den Enkelkindern unternehmen, wenn Mutter und Vater arbeiten müssen — für viele Eltern ist die Unterstützung der älteren Generation nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Doch was passiert, wenn die Großeltern bereits verstorben sind oder in einer anderen Stadt wohnen und nicht mit Rat und Tat zur Verfügung stehen können? "Viele junge Familien hat es durch das Studium oder den Arbeitsplatz weit weg von den Großeltern verschlagen", sagt Michaela Mevissen, Familienbeauftragte der Burggemeinde Brüggen. "Die familiären Strukturen haben sich geändert. Es kommt mittlerweile selten vor, dass mehrere Generationen in einem Haus wohnen und einander stets helfen können."

Auf der anderen Seite gebe es auch genau so viele Senioren, deren Enkelkinder weit entfernt wohnen und die den Kontakt zu Kindern vermissen. "Viele ältere Menschen sind noch fit, möchten ihren Lebensabend aktiv gestalten und könnten mit all ihrer Lebenserfahrung bestens als Bezugsperson für Kinder agieren", erklärt die Familienbeauftragte. Aus diesem Grund möchte die Burggemeinde Brüggen das Projekt Leihoma/Leihopa in Zusammenarbeit mit der Jedermann Hilfe und dem Jugendamt ins Leben rufen. Auf den Bedarf in der Burggemeinde aufmerksam gemacht hat Hebamme Antje Hagedorn.

Vielen jungen Familien fehle es an praktischer Hilfe. "Die Eltern müssen plötzlich in den Kreißsaal, das erstgeborene Kind muss untergebracht werden. Bis die Großeltern aus einer weit entfernten Stadt da sind, ist es zu spät", stellt Antje Hagedorn eine mögliche Situation dar. "In solchen Momenten wäre die Möglichkeit auf Ersatzgroßeltern zurückzugreifen von Vorteil."

Aber auch alleinerziehende Eltern, die wieder in den Beruf einsteigen möchten, würden sicher von der Unterstützung von Leihgroßeltern profitieren: "Alleinerziehende und auch Familien können in Not kommen", sagt Bürgermeister Frank Gellen.

Großstädte wie Düsseldorf und Dortmund haben es bereits vorgemacht: Dort sind Leihomas und Leihopas selbstverständlich. Für Brüggen ist das Thema Neuland — das Projekt steckt momentan noch in Kinderschuhen. Man überlege, wie genau dieses Thema in der Burggemeinde umgesetzt werden könne. "Grundvoraussetzungen ist es, Vertrauensverhältnisse zu schaffen", sagt Eckhard Heynen von der JedermannHilfe. "Es werden Vorgespräche geführt, sich über Werte und Erziehung ausgetauscht und dann kann geschaut werden, wer zusammen passen könnte."

Am Freitag, 25. Januar, 17 Uhr findet eine Infoveranstaltung zum Projekt Leihoma/Leihopa im Kultursaal der Burg Brüggen statt. Referentin ist Hebamme Antje Hagedorn. Während der Infoveranstaltung wird eine Kinderbetreuung angeboten.

(StadtSpiegel)