Hier wird Geschichte lebendig

Hier wird Geschichte lebendig

Die letzten 150 Jahre Viersener Geschichte werden ab sofort im „Viersener Salon“ lebendig. Die Ausstellung „Stadtgeschichte in Bildern“ wird heute um 11 Uhr eröffnet.

Eine Gruppe junger Männer posiert voller Stolz – mit Lorbeerblättern bekränzt – in Sportkleidung auf Pferd, Reck und Bock, die Gewichte vor ihnen im Sand, eine Familie in feinstem Sonntagsstaat lächelt vor ihrem Haus in die Kamera des Fotografen, buntes Kirmestreiben herrscht auf dem Löhplatz, feine Damen sitzen auf der Terrasse des Gasthauses an der Kaisermühle und blicken auf den Weiher.

Das sind nur drei Fotos der insgesamt etwa 300 Aufnahmen, die ab sofort im „Viersener Salon“ in der Villa Marx an der Gerberstraße zu sehen sind. „Die Gesichter sind so gestochen scharf, die Aufnahmen so lebendig: die Menschen sind zum Greifen nah“, ist Dr. Albert Pauly, erster Vorsitzender des Viersener Heimatvereins, begeistert, „wir sind sicher, dass der ein oder andere seine Vorfahren wiedererkennen wird.“

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Stadtfotos“ des Heimatvereins entwickelte Kuratorin Dr. Britta Spies eine Ausstellung, die das Leben in den Straßen Viersens als Fokus hat. Sie zeigt, welchen Stellenwert die florierende Industrie im ausgehenden 19. Jahrhundert in Viersen hatte. Außerdem erkennt man, mit wie viel Sorgfalt und Liebe zum Detail die Fassaden markanter Gebäude der Stadt, wie das Elektrizitätswerk, die Generatorenhalle oder das Stadtbad, errichtet wurden und wie die fortschreitende technische Entwicklung das Stadtbild im 20. Jahrhundert prägte und veränderte.

„Wir werfen den Blick diesmal bewusst nicht in die Wohnzimmer der Menschen sondern auf das Leben in den Straßen“, erklärt Kuratorin Britta Spies. An einer interaktiven Station werden 36 Straßenszenen heutigen Ansichten der gleichen Stelle gegenübergestellt, Texte Viersener Originale wurden von Bernd Henk in Mundart eingesprochen, eine Litfaßsäule ziert ein buntes Potpourri historischer Werbeanzeigen und auf einer interaktiven Stadtkarte kann man einen virtuellen Rundgang durch das historische Viersen machen.

Doch nicht nur Fotos und Postkarten sind zu sehen, auch eine imposante Laterne, die aus der Villa des Textilfabrikanten Greef stammt, können die Besucher bewundern. Ein Schlussstein eines alten Gehöfts gehört ebenso zur Ausstellung wie ein Stadtwappen aus dem Jahr 1538. Für die richtige Atmosphäre sorgt eine Klanginstallation.

(Report Anzeigenblatt)