Hunde reißen Rehe

Hunde reißen Rehe

Am Rheindeich ist die Aufregung groß: Fünf verendete Tiere meldeten Meerbuscher dem Hegering Meerbusch – mindestens drei davon wurden von freilaufende Hunden gerissen.

Bei Jörg von Deylen aus Strümp steht das Telefon nicht still: RTL, Sat 1, Bild, WDR – der Sprecher des Hegering Meerbuschs hat alle Hände voll zu tun. Der Grund: „Innerhalb von nur zwei Wochen wurden wir gleich in fünf Fällen gerufen, um verendetes Rehwild zu entsorgen“, sagt Jörg von Deylen, Obmann für Öffentlichkeit im Hegering Meerbusch. Die aktuellen Meldungen von toten Rehen sind deutlich häufiger als zuvor, mitten im freien Feld oder auf Wiesen liegen sie – elendig verendet oder zu Tode gebissen. Und aufmerksame Spaziergänger fanden sie. Die Meldungen konzentrieren sich dabei auf die Bereiche um die Flughafenbrücke und auf die Wiesen im Bruch zwischen Strümp und Ilverich. „In mindestens drei Fällen wurden die Tiere durch freilaufende Hunde zu Tode gehetzt. Bisswunden im Bereich des Halses sind dabei nur ein Indikator, denn die Tiere wurden häufig auch im hinteren Bereich angefressen“, berichtet von Deylen. Das Problem: „Wenn ein Hund einmal auf den Geschmack einer Jagd gekommen ist, bekommt man das nie wieder aus ihm raus“, sagt Jäger und Leiter des Hegerings Philip Munscheid. Von Deylen fügt an: „Der Hund motiviert sich selber dann noch durch den Erfolg.“ Dabei weist der Strümper auch noch darauf hin, dass die jetzt gefundenen Rehe nur die Spitze eines Eisbergs sind. „Dass Hasen, Kaninchen und Co. das ganze Jahr über gerissen werden, ist klar. Die Zahlen liegen weit höher.“ Selber habe er schon bei Familien-Spaziergängen auf dem Rheindeich gesehen, wie Hunde aus den Büschen kamen und stolz einen Hasen im Maul hatten. „Im schlimmsten Fall werden die Tiere für ihre Jagd dann von den Haltern auch noch belohnt.“ Allerdings könnte es auch sein, dass die Besitzer gar nichts von dem Treiben ihrer Hunde wissen. „Der Mensch sieht noch lange nicht das, was der Hund alles riecht.“ Und wenn der Liebling dann für zehn Minuten im Dickicht verschwindet, ist alles möglich. Und genau in den ruhigen Bereichen gibt es Zonen, die der Hegering extra in Zusammenarbeit mit der Stadt Meerbusch hergerichtet hat – „Wildäsungsflächen“ heißen die Gebiete, in denen die Jäger geschützte Futterstellen angelegt haben. Im April 2013 starteten sie die Aktion, die Stadt Meerbusch hat ihnen die Flächen für drei Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Bürgerwäldchen Ilverich, im Bereich Flughafenbrücke und im Strümper Bruch sind sie gelegen.

Der Hegering Meerbusch und seine Mitglieder bitten daher um aktive Hilfe aus der Bevölkerung. „Sollten Sie eine Beobachtung machen, die den Verdacht auf wildernde Hunde bestätigt, verständigen Sie bitte umgehend die Polizei.“ In diesem Zusammenhang weist Jörg von Deylen auch noch einmal auf den Start des diesjährigen Benimmkurses für Hunde am 2. März hin. Weiterführende Informationen finden Interessierte auf der Homepage des Hegerings unter www.hegering-meerbusch.de .

(StadtSpiegel)