Ist das wirklich so schwer?

Ist das wirklich so schwer?

Die einen haben sie, die anderen nicht. Ganze Straßen sind in Gladbach bei der Verteilung der Gelben Säcke leer ausgegangen. Die Abgabestellen werden gestürmt, manche regelrecht terrorisiert. Die RMG erzählt was von Diebstahl und erklärt zur Versorgungslage: Läuft!

Ist das so?

Sie kommen aus Rheydt, Wickrath, Rheindahlen, Holt, Windberg, Hardt, Speick, aus der Gladbacher Innenstadt... – von überall her: Beschwerden darüber, dass Haushalte keine Gelben Säcke vom neuen Versorger, der RGM Rohstoffmanagement GmbH, erhalten haben.

„Diebstahl und Hehlerei“ lautet die Erklärung des Unternehmens. Sprecherin Nina-Kristin Hohmann gibt an, dass die RMG dies zur Anzeige gebracht habe. Interessant daran: Die Mönchengladbacher Polizei weiß davon nichts. Polizeisprecher Jürgen Lützen: „Eine Anzeige dieser Art liegt uns nicht vor.“

Und im Ernst: Wer würde sowas machen: übers ganze Stadtgebiet den RMG-Gelbe-Säcke-Zustellern tagelang auflauern? Vereinzelte Ebay-Angebote hin oder her – reich wird man so nicht.

„Gelbe Säcke sind nicht Gold wert!“, findet auch Monika Kelz. Umso erstaunlicher, was die Inhaberin des Schreibwarengeschäfts Kelz in Odenkirchen mit ihrer Ausgabestelle für Gelbe Säcke erlebt hat. „Es hat daran gehapert, dass die Haushalte im Vorfeld nicht versorgt worden sind. Hunderte Leute kamen am Tag, wir konnten unsere Kunden kaum bedienen. Weil wir zu wenig Rollen da hatten, haben jedem nur eine Rolle gegeben. Viele waren dann motzig, einige so schlecht gelaunt, dass sie uns ihren Müll vor die Tür geworfen haben.“ Monika Kelz hatte schließlich genug. „Das war respektlos.“

Kein Einzelfall. Weitere Abgabestellen wie der Kiosk Tabak im HIT-Markt sind wegen der Anfeindungen abgesprungen. Einige Abgabestellen haben aktuell Gelbe Säcke, sind aber unsicher, wie gut es mit dem Nachschub klappt. „Zuletzt kam wieder die falsche Menge“, sagt Rebekka Pech von der Laurentius-Apotheke.

Viele Bürger sind entnervt, weil sie mehrfach vergeblich Abgabestellen aufgesucht haben oder bei der Hotline erst nach mühseliger Telefon-Navigation beim Sachbearbeiter gelandet sind.

Auf unsere Anfrage sagt die RMG: „Uns ist nicht bekannt, dass eine Verteilstelle keine Gelben Säcke vorrätig hat.“ Und was die Beschwerden angeht: „.Bei einem Entsorgerwechsel sind anfänglich vereinzelte Reklamationen nichts Ungewöhnliches. Erfahrungsgemäß wird die Zahl in den kommenden Wochen deutlich reduziert.“

Aha, schauen wir mal...!

(Report Anzeigenblatt)
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