Landespolizei bleibt im JHQ

Landespolizei bleibt im JHQ

Wegen eines Klageverfahrens verzögert sich der Abriss der ersten Gebäude auf dem JHQ-Gelände. Die Planungen für ein Landschaftsbauwerk laufen aber weiter.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat als Eigentümerin des rund 375 Hektar großen Areals den Auftrag für den Abriss von Teilflächen im Westen an ein Unternehmen vergeben. Nun hat ein nicht bedachter Bewerber eine Vergaberüge bei der zuständigen Vergabekammer eingereicht, der stattgegeben wurde. Daraufhin hat der potenzielle Auftragnehmer Klage eingereicht. „Der Termin am Oberlandesgericht ist am 11. April, insofern passiert bis dahin leider nichts“, teilte die Konversationsbeauftragte der Stadt, Annette Pfennings, mit.

Der Planungsprozess für das Landschaftsbauwerk, das in den nächsten Jahren mit rund einer Million Tonnen Bauschutt aus den abgerissenen Gebäuden errichtet werden soll, läuft derweil weiter. Die BImA hat zur Gestaltung des Landschaftsbauwerks und des Renaturierungsbereiches das Büro Landschaft planen und bauen beauftragt. Die Erarbeitung der Entwürfe erfolgt in Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Hierzu fand im Oktober vergangenen Jahres eine erste Planungswerkstatt statt. Bis Mai 2019 werden nun die Entwurfsideen durch das Büro Landschaft planen und bauen aufbereitet, um sie in einer zweiten Planungswerkstatt im Mai zu konkretisieren.

In den Entwürfen werden auch Wegeführung für den Fuß- und Radverkehr durch den westlichen Bereich des JHQ mit Anschluss an den Naturpark Maas-Schwalm-Nette im Nordwesten sowie in südliche Richtung, auch in die Nachbarkommunen, angedacht.

Annette Pfennings teilte darüber hinaus mit, dass die Landespolizei eine 85 Hektar große Fläche im JHQ nun dauerhaft nutzen will. Bereits seit einigen Jahren dient das Areal als Übungsplatz für die Aus- und Fortbildung. „Bisher von der BImA nur geduldet, wurde jetzt im gegenseitigen Einverständnis mit dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten ein entsprechender Mietvertrag aufgesetzt“, so die Konversationsbeauftragte. Das Mietverhältnis hat eine Laufzeit von zehn Jahren mit einer Verlängerungsoption um weitere fünf Jahre.

Auf dem JHQ-Gelände betreibt das Land NRW außerdem eine Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Asylbewerber. Die EAE ist seit August 2016 in Betrieb und bot zunächst Platz für 250 Asylbewerber an. Seit Sommer 2018 stehen auf einem ca. 32 Hektar großen Gelände 1 500 Plätze zur Verfügung. Langfristig will das Land die EAE auf 2 000 Plätze ausbauen.

Mit rund 2 000 Gebäuden, darunter 1 400 Wohnungen, war das ehemalige Hauptquartier der britischen Streitkräfte im Stadtteil Rheindahlen eine komplette Kleinstadt für sich. Die britischen Streitkräfte hatten das rund 470 Hektar große Areal Ende 2013 an den Bund zurückgegeben.

(StadtSpiegel)