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Lesepartner gesucht

Lesepartner gesucht

Bereits im dritten Jahr sind die Lesepartner an den Grundschulen tätig. Für die Ausweitung des Angebots auf die weiterführenden Schulen werden weitere Lesepartner gesucht.

Die Idee der „Aktion Volkshochschule“, dem Förderverein der VHS Kaarst-Korschenbroich, funktioniert: Erwachsene treffen sich einmal die Woche für 45 Minuten mit einem Kind zum gemeinsamen Lesen. Dabei wird sich aber oft auch unterhalten, es wird gespielt – einfach zusammen Zeit verbracht. „Anfangs haben wir gedacht, dass eine Dreiviertelstunde pro Woche nicht viel bringt“, sagt Ingrid Hartmann-Scheer von der „Aktion Volkshochschule“. „Aber für ein Kind ist das eine enorm lange Zeit. Man merkt, dass sie selbstbewusster und selbstsicherer werden.“

Durch diese 1:1-Betreuung ist der Bedarf an weiteren Lesepartnern hoch. Zudem möchte man die Aktion nun auch auf die ersten Jahrgänge an den weiterführenden Schulen ausweiten. „Darum suchen wir weitere Lesepartner“, sagt Mitinitiator Hanno Wilsch.

Das Anforderungsprofil: Spaß am Lesen haben, Spaß am Umgang mit Kindern und die dazugehörige Geduld, authentisch bleiben. „Wir suchen niemand, der Nachhilfe geben kann, sondern eher die liebe Oma und den lieben Opa“, sagt der Leiter der Andreas-Schule, Wolfgang Grüe. Am besten haben sie auch keinen aktuellen Bezug zur Schule. „Ich achte darauf, dass es keine Eltern von anderen Kindern sind“, so Peter Walter von der Grundschule Liedberg. Ansonsten überlässt er die Gestaltung der Zeit alleine den Lesepartnern. „Ich kontrolliere nichts“, sagt er.

Bis jetzt sind 65 Bürger eine Lesepartnerschaft mit einem Kind eingegangen. Die Leiter der Grundschulen trafen sich nun zu einem Austausch mit den Initiatoren der Aktion. „Wir haben zurzeit elf Lesepartner und die Kinder gehen ungemein gerne hin“, sagt Kathrin Beyer von der Grundschule Glehn. „In den ersten Wochen sind sie vielleicht noch zurückhaltend, aber dann öffnen sie sich“, so die Erfahrung von Beate Schlangen an der Maternusschule. Das Lesen und die Fertigkeit darin zu verbessern sieht Jutta Winkler an zweiter Stelle. „Am wichtigsten ist das gemeinsame Erleben, die Muße, Zeit zusammen verbringen zu können“, sagt die Leiterin der Gutenbergschule. Die Vorfreude auf die allwöchentliche Lesestunde erkennt Wolfgang Grüe auf beiden Seiten. „Teilweise besteht auch in den Ferien Kontakt“, erzählt er.

Die Initiatoren fühlen sich nach solchen Rückmeldungen bestätigt. „Es ist das, was wir vorhaben. Es findet eine Partnerschaft auf Augenhöhe statt. Die Lesepartner sollen das Kind begleiten und keinen Druck ausüben“, sagt Hanno Wilsch.

(rmb)

(StadtSpiegel)