1. Städte
  2. Meerbusch

Lesehunde Johanniter für Grundschulen in Meerbusch

Lesehunde für Grundschulen : Leseförderung auf vier Pfoten

Tierische Unterstützung sollen Meerbuscher Grundschulkinder mit Leseschwierigkeiten zukünftig von sogenannten „Lesehunden“ bekommen. Sechs „Hundeteams“, bestehend aus Halter und Hund, konnten jetzt erfolgreich ausgebildet werden und sind nach den Sommerferien einsatzbereit.

Sie sind aufmerksam, geduldig und vielleicht die besten Zuhörer schlechthin: Lesehunde. In Bayern, Hamburg und Berlin-Brandenburg sind Lesehunde bereits regelmäßig in Schulen zu Gast – und das sehr erfolgreich. Die ruhigen Vierbeiner unterstützen Kinder mit Leseschwäche darin, ihren Weg durchs Buch zu finden, ohne über lange Wörter zu stolpern. Sie hören aufmerksam zu und kritisieren nicht.

Die Kinder- und Jugendärztin Dr. Irene von Seebach aus Meerbusch hat das Potenzial des ehrenamtlichen Projektes der Johanniter erkannt und es mit der Johanniter Hilfsgemeinschaft Meerbusch nach NRW geholt. Am vergangenen Wochenende fand auf dem Gelände des Hundesportvereins Meerbusch-Kaarst das erste Ausbildungswochenende sogenannter „Hundeteams“ statt. Sechs Halter und Hunde haben die dreitägige Prüfung erfolgreich bestanden und können nach den Sommerferien zur Leseförderung in Grundschulen eingesetzt werden. Drei Schulen haben bis jetzt Interesse gezeigt – für Dr. Irene von Seebach ein eher ernüchterndes Ergebnis. „Ich hoffe sehr, dass noch weitere Schulen dazu kommen“, betont sie.

„Aufgrund der Corona-Situation gibt es bei vielen Kindern bestimmt jede Menge Bedarf in Sachen Leseförderung“, betont die Medizinerin.

Ausgebildet wurden die ersten Hundeteams durch Helmut Winter, der bei den Johannitern für die Ausbildung im Bereich tiergestützte Intervention zuständig ist. Anhand diverser Übungen wurde geprüft, wie der Hund sich in unterschiedlichen Situationen verhält. Beim Coaching wurde unter anderem getestet, wie die Hunde auf laute Geräusche reagieren oder was passiert, wenn sie bedrängt werden. Auch eine Schulsituation mit Kindern wurde simuliert.

Was ein Lesehund mitbringen sollte? „Der Hund sollte kinderlieb, ausgeglichen und ruhig sein und Grundkommandos beherrschen“, erklärt Dr. Irene von Seebach. Nachdem die Hunde einen Wesenstest und die Hundebesitzer eine Praxisausbildung erhalten haben, bescheinigt ein Zertifikat dem „Lesehund“ und seinem Begleiter, dass sie ab sofort ehrenamtlich „Schuleinsätze“ im Rahmen der tiergestützten Intervention beim Projekt Johanniter-Lesehund übernehmen können.

Ein nächster Ausbildungstermin ist bereits für Ende August geplant und die Warteliste der Hundeteam-Anwärter ist lang. „Wir würden uns sehr freuen, wenn nun noch viele Grundschulen Interesse zeigen würden, sodass wir unsere Hundeteams bald alle regelmäßig einsetzen können“, sagt Dr. Irene von Seebach.