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An Meerbuschs städtischen Grundschulen werden Lüftungsanlagen eingebaut

Einbau von Lüftungsanlagen an städtischen Grundschulen : „Die Zeit der kalten Hände ist vorbei“

An Meerbuschs städtischen Grundschulen und Kitas hat der Einbau von 168 hochmodernen Lüftungsanlagen begonnen, die im Sinne des Infektionsschutzes für einen konstanten Luftaustausch sorgen. Für die ausführenden Gewerke ist das ambitionierte Millionenprojekt eine logistische Herausforderung.

Als der Bund im vergangenen Frühjahr sein Förderprogramm zum Einbau von dezentralen Lüftungsanlagen in Grundschulen und Kitas verabschiedete, gehörte die Stadt Meerbusch zu den ersten Bewerbern. Nur drei Tage nach Inkrafttreten waren Förderanträge über ein Auftragsvolumen von 5,6 Millionen Euro gestellt, die bereits im Juni komplett bewilligt wurden. Für die Stadt verblieb ein Eigenanteil von 1,1 Millionen Euro. Jetzt wurde in acht Meerbuscher Grundschulen und neun Kindertagesstätten mit dem Einbau der Geräte begonnen.

Alle Klassen- bzw. Gruppenräume werden mit insgesamt 168 Lüftungsanlagen ausgestattet. Diese haben gegenüber mobilen Luftfiltern entscheidende Vorteile.

„Luftfilter wälzen die Luft nur um“, erklärt Harald Härtel, Bereichsleiter Service Immobilien. „Die Luftqualität bleibt schlecht, sodass trotzdem gelüftet werden muss.“ Hingegen sorgten die fest eingebauten Lüftungsanlagen für eine konstante Frischluftzufuhr von außen. Dies senke nicht nur die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus, sondern erlaube zudem ein konzentrierteres Arbeiten.

Im zweiten Pandemie-Winter mit Stoßlüften und Frieren in den Klassenzimmern begrüßt auch Martina Arntjen die neue Lösung. „Die Zeit der kalten Hände ist vorbei“, freut sich die Leiterin der Eichendorff-Grundschule in Osterrath. Dass die Stadt so schnell reagiert habe, sei großartig.

Bei der Auswahl der Lüftungsgeräte wurde vor allem auf eine niedrige Geräuschentwicklung geachtet. Der Schalldruckpegel liegt weit unter der Konzentrationsstörungsschwelle. Des Weiteren sind die Anlagen wartungsarm und haben einen Zusatznutzen: Durch die sogenannte Nachtauskühlung tragen sie im Sommer zu einer Verringerung der Raumtemperatur bei.

Im Zuge der öffentlichen Ausschreibung und zum Einbau der Geräte waren umfassende Vorarbeiten erforderlich. Für jeden einzelnen Raum wurde eine Bestandsaufnahme und Detailplanung angefertigt. Beauftragt werden musste nicht nur das Gewerk Lüftung, sondern auch Fenster-, Dachdecker-, Elektro-, Trockenbau- und Malerarbeiten sowie die Bauendreinigung. „Das ganze Projekt erfordert einen ungeheuren logistischen Aufwand“, sagt Walter Leo Schreinemacher, stellvertretender Bereichsleiter Service Immobilien.

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Um die Arbeiten gebündelt erledigen zu können, ist pro Raum eine Woche Bauzeit veranschlagt. In mehreren Objekten wird zeitgleich gearbeitet, wobei die einzelnen Gewerke tageweise rotieren, damit sich keine Leerzeiten ergeben. Lärmintensive Maßnahmen werden zudem nach Möglichkeit in die Nachmittagsstunden verlegt.

„Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden wir das beste Ergebnis haben, das derzeit auf dem Markt realisierbar ist“, ist sich Schreinemacher sicher. Berücksichtigt wurde auch der Aspekt der Nachhaltigkeit. „Die Geräte sind nicht mobil, aber demontabel und können bei Umbauarbeiten auch relativ einfach weiterverwendet werden.“ Bis Juli dieses Jahres sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein.