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BgF setzen einige Forderungen zur Erhöhung der Fluglärmzuschläge durch.

Nacht-Fluglärmzuschläge erhöht : BgF setzt Forderungen teilweise durch

Der in Meerbusch beheimatete Verein „Bürger gegen Fluglärm“ (BgF) hatte seit Jahren eine deutliche Erhöhung der Lärmzuschläge in der Nacht gefordert, damit das Interesse der Fluggesellschaften steigt, pünktlich zu landen. Nun hat der Flughafen die neue, seit 1. Januar 2022 geltende Entgeltordnung auf seiner Homepage veröffentlicht, die einige Forderungen aufgreift.

Während es am Tag keine Änderung der Lärmzuschläge gibt und die Grundentgelte teilweise sogar ganz leicht sinken, werden Nachtlandungen am Flughafen Düsseldorf deutlich teurer. Der Lärmzuschlag für Landungen nach 23 Uhr wird in Viertelstunden-Intervallen zunächst um 65 Prozent erhöht (bis 23.15 Uhr) und steigt dann bis zu 260 Prozent (23.45 bis 0 Uhr). Nach Mitternacht wird sogar ein über sechsfach höherer Lärmzuschlag verlangt. Ab 6 Uhr morgens gelten dann aber wieder die niedrigen Tagesgebühren. Insbesondere am Wochenende sei das für viele Anwohner deutlich zu früh, so die Bürger gegen Fluglärm.

Diese Erhöhung gilt allerdings nur für die sogenannten Lärmzuschläge. Diese machen nur einen relativ kleinen Teil der Landegebühren aus. Die Passagierentgelte, die bei einer vollbesetzten Maschine wesentlich stärker zu Buche schlagen, steigen zwar auch um sieben bis acht Prozent, sind aber nicht von der Uhrzeit abhängig. „Landet etwa ein vollbesetzter A320 oder eine B737 statt um 22.50 Uhr (planmäßig) verspätet um 23.50 Uhr, so sind pro Passagier circa 5 Euro zusätzlich fällig. Nach Mitternacht wären es sogar 10,50 Euro. Gegenüber einer Umleitung oder Unterbringung im Hotel mit Landung am nächsten Tag immer noch ein ,Schnäppchen’“, erläutert der Verein in einer Pressemitteilung.  

Nicht umgesetzt wurde dagegen die Forderung der Bürger gegen Fluglärm, für die Airbus-A320-Familie einen stärkeren Anreiz zu schaffen, sogenannte Wirbelgeneratoren zu installieren. Diese Flugzeuge erzeugen in bestimmten Flugsituationen ein sehr lautes Pfeifen, das durch diese Wirbelgeneratoren verhindert werden kann. Eine Nachrüstung sei sehr einfach und kostengünstig, argumentieren die Bürger gegen Fluglärm, aber bei einer Reduktion der Lärmzuschläge um 3 bis 4 Euro pro Landung (in der Nacht entsprechend mehr) bestehe für die Fluggesellschaften bislang offensichtlich nur wenig Anlass zur Nachrüstung. Durch eine größere Spreizung hätte der Flughafen einen größeren Kostendruck aufbauen können, heißt es Vereinsseite hierzu.

Dennoch ist für die Bürger gegen Fluglärm die neue Entgeltordnung insgesamt ein Schritt in die richtige Richtung. Sie zeige, dass sich das jahrelange Engagement der Betroffenen gelohnt hat und die Gebührenordnung hoffentlich mehr Anreiz bietet, Verspätungen zu vermeiden.

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Christoph Lange, für die Bundesvereinigung gegen Fluglärm Mitglied der Fluglärmkommission und 1. Vorsitzender der BgF: „Unsere Forderungen wurden größtenteils umgesetzt, auch wenn die Beträge höher erscheinen, als sie sind. Diese Lärmzuschläge gelten für ein ganzes Flugzeug, sind also pro Passagier gering. Wir hoffen sehr, dass vor allem die preisaggressiven Fluggesellschaften dadurch deutlich weniger Anreiz haben als zuletzt, Verspätungen bewusst einzukalkulieren. Wir werden das aber sehr genau und äußerst kritisch beobachten, weil die Erfahrung zeigt, dass dieser Flughafen laut Verkehrsminister a.D. Oliver Wittke (CDU) zwar ,der bestkontrollierteste Flughafen Duetschlands’ ist, diese Kontrolle aber mehr durch die Betroffenen erfolgt als durch das Verkehrs-ministerium, das nicht ohne Grund seit Jahren ein Geheimnis aus seinen (hoffentlich auch vorhandenen) Bemühungen macht.“

Wasser in den Wein gießt Georg Regniet, der für den Verein die Flugbewegungen und die Verspätungen detailliert auswertet: „Die Grundgebühren für laute, größere Flugzeuge wurden gesenkt, dazu gibt es Rabatte für neue Flugziele und wenn mehr Passagiere transportiert werden. Wir müssen abwarten, ob die Anreizwirkung ausreicht, gerade die notorischen Zu-spät-Kommer zu Planungen mit mehr Puffern anzuhalten. Eurowings hat es 2019 mustergültig vorgemacht und verursacht seither deutlich weniger Verspätungen. Man sieht also: Es geht, man muss nur wollen.“