Die Flüchtlinge sind da

Bereits am Montag sind die ersten rund 100 Flüchtlinge in Meerbusch eingetroffen. Für gestern wurden noch einmal rund 50 erwartet. In der Sporthalle des Mataré-Gymnasiums sind sie jetzt untergebracht.

Rund 40 Kräfte der Johanniter, der Feuerwehr Meerbusch und der Stadtverwaltung richteten die Halle am Sonntag mit 150 Feldbetten und Trennwänden her.

 Die Helfer im Pappkarton haben viel zu tun. Foto: vuhl
Die Helfer im Pappkarton haben viel zu tun. Foto: vuhl

Den Helfern standen die Schweißperlen auf der Stirn. Meerbusch hat jetzt eine improvisierte Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge: Am vergangenen Donnerstag kam der Hilferuf des Landes NRW, Meerbusch möge in kürzester Zeit für die Unterbringung von 150 Flüchtlingen sorgen. Der Krisenrat der Stadt Meerbusch tagte – die Sporthalle des Mataré-Gymnasiums erkoren die Verantwortlichen aus. In Windeseile besorgten die Helfer Betten, Zelte, Bauzäune, Sicherheitsdienst, Ärzte und Dolmetscher. Zuvor war das Gebäude unter anderem mit einem Spanplattenboden und zusätzlichen Stromanschlüssen ausgestattet worden. Zur Infrastruktur der provisorischen Unterkunft gehören zudem unter anderem Duschräume, ein Arztraum, Medikamentenlager oder separate Sanitäranlagen für Catering- und Aufsichtspersonal. Die angemeldete Ankunftsuhrzeit am Montag: 18 Uhr. „Schon kurz nach 14 Uhr ist jedoch der erste Bus mit Flüchtlingen auf dem Parkplatz des Mataré-Gymnasiums in Meerbusch-Büderich vorgefahren“, berichtet Michael Gorgs, Sprecher der Stadt Meerbusch. Angekommen sind rund 50 Männer, Frauen und Kinder, vornehmlich aus Albanien. Auch einige junge Männer aus Syrien und dem Irak sind dabei.

 Für die neue Kleiderkammer im Pappkarton in Strümp haben sich viele Meerbuscher um Pfarrerin Ute Saß bereit erklärt, ehrenamtlich zu helfen.
Für die neue Kleiderkammer im Pappkarton in Strümp haben sich viele Meerbuscher um Pfarrerin Ute Saß bereit erklärt, ehrenamtlich zu helfen. Foto: Hüskes

Da der Bus mehrere Stunden früher eintraf als angekündigt, musste unter Hochdruck improvisiert werden, um Ärzte für die erste Untersuchung, Personal für die Registrierung und Helfer aus der Verwaltung für die erste Betreuung der Neuankömmlinge herbeizurufen.

Innerhalb kürzester Zeit lief die Aufnahme aber reibungslos. Männer, Frauen und Kinder wurden mit Getränken versorgt, ärztlich untersucht und von Mitarbeitern des städtischen Bürgerbüros registriert und dann zu ihren Übernachtungsplätzen in der Halle gebracht. Krankheitsfälle waren nicht festzustellen.

„Alles lief in ruhiger und entspannter Atmosphäre“, so Stadtsprecher Michael Gorgs. Gegen 18.30 Uhr traf am Montagabend dann der zweite Bus mit etwa 50 Personen aus der Landesaufnahmestelle Dortmund am Mataré-Gymnasium in Büderich ein. Nach dem bewährten Prozedere wurden die Menschen in den Ärztezelten untersucht, registriert und mit Lunchpakten versorgt. Komplikationen gab es keine.

Die Menschen stammen unter anderem aus Syrien, dem Irak, aus Ägypten, Algerien, Eritrea, Mali und dem Iran.

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Ein dritter Bus mit weiteren 50 Personen kam folgend am Dienstag. Anfangs verkündete das Land NRW, für rund drei Wochen würden die Flüchtlinge in Meerbusch bleiben. Jetzt heißt es: „Wie lange die Neuankömmlinge in Büderich bleiben werden, steht noch nicht fest.“ Doch die Stadt Meerbusch hat viel im Vorfeld unternommen:

Vor der Sporthalle wurden Zelte aufgebaut. Sie dienen als Speise- und Aufenthaltsräume. In der dreifach teilbaren, belüfteten Sporthalle werden die Flüchtlinge getrennt nach Familien, Männern und Frauen untergebracht. In jedem Hallenteil gibt es 50 Feldbetten und einen Aufenthaltsbereich.

Ein heimisches Catering-Unternehmen sorgt für die Verpflegung. Fachpersonal der Caritas und des Fachbereichs Soziale Hilfen der Stadt kümmert sich um die Menschen. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes sind rund um die Uhr vor Ort. Im „Pappkarton“ am Fouesnantplatz in Strümp werden Kleidungsstücke für die Flüchtlinge gesammelt und konfektioniert. Heute und am Freitag können Meerbuscher Kleiderspenden in der Zeit von 17 bis 19 Uhr abgeben. Am Samstag zwischen 10 und 12 Uhr. Weitere Zeiten müssen erfragt werden. Die Stadtverwaltung hat bei Fragen eine Service-Hotline unter 02132/ 916232 eingerichtet. Gebraucht wird vor allem Kleidung für Männer und Frauen, am besten „unisex“ wie T-Shirts, Pullover oder Jogging-Anzüge. Aber auch Decken werden benötigt. Kinderspielzeug wird nicht angenommen.

Die gesamte Unterkunft in Büderich wird vom Schulbetrieb des Mataré-Gymnasiums getrennt. Externe Besucher haben keinen Zutritt, damit Unbefugte ferngehalten werden und ein geordneter Betrieb sicher gestellt ist. Die Bewohner können sich nach der ärztlichen Untersuchung und Registrierung frei im Stadtgebiet bewegen. Frank Maatz zog ein erstes positives Fazit: „Wir sind gut aufgestellt. Ich danke allen Helfern, die sich mit viel Engagement und Einsatz an den Vorbereitungen beteiligt haben.“ Sein Dank galt auch den knapp 30 Mitarbeitern aus der gesamten Verwaltung und allen hilfsbereiten Ehrenamtlern, die sich bereits freiwillig für die Betreuung und Unterstützung der Flüchtlinge gemeldet haben.

(StadtSpiegel)