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: „Falsche Polizisten“ geschnappt

: „Falsche Polizisten“ geschnappt

Am vergangenen Mittwoch nahm die Polizei insgesamt vier Männer fest, die im Verdacht stehen, eine Reihe von Betrugstaten mit der Masche des sogenannten „Falschen Polizeibeamten“ begangen zu haben. Zu diesen Festnahmen kam es in Zusammenarbeit mit der Polizei in Köln und Osnabrück. Die Täter könnten auch in Meerbusch zugeschlagen haben.

Seit vergangenen Donnerstag befinden sich vier Verdächtige in Untersuchungshaft, die im Verdacht stehen, eine Reihe von Betrugstaten mit der Masche des sogenannten „Falschen Polizeibeamten“ begangen zu haben, teilen Staatsanwaltschaft Düsseldorf und Polizei im Rhein-Kreis Neuss jetzt gemeinsam mit. Die Kriminalpolizei in Neuss hatte zu Beginn des Jahres 2020 die Ermittlungskommission „Sparbuch“ eingerichtet. „Ausgangspunkt dieser Maßnahmen ist ein Fall vom 11. Dezember 2019 aus Neuss“, berichtet Diane Drawe von der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Die Täter erbeuteten in diesem Fall neben einer hohen Summe Bargeld auch zwei Sparbücher. „Nach derzeitigem Kenntnisstand kommt diese mutmaßliche Bande auch für einen versuchten Betrug der gleichen Art in Recklinghausen in Betracht.“ Zu diesem Delikt war es ebenfalls im Dezember 2019 gekommen. Eine vollendete Tat in Mettmann vom 12. Februar 2020 dürfte nach aktuellen Erkenntnissen ebenfalls auf das Konto der Verdächtigen gehen.

Ins Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft gerieten schnell drei Männer im Alter von 20 bis 22 Jahren, die in Köln wohnhaft sind. Die Staatsanwaltschaften Düsseldorf und Köln beantragten Haftbefehle wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges gegen das verdächtige Trio. Im Rahmen der Ermittlungen konnten zwei der Verdächtigen aus Köln (20 und 22 Jahre alt) sowie ein 27-jähriger Mann aus Bremen bereits am Mittwochnachmittag (12.2.) festgenommen werden. „Das Trio befand sich zu diesem Zeitpunkt in Osnabrück in einem Auto auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums an der Bohmter Straße“, so Staatsanwaltschaft und Polizei. Die Festnahme erfolgte durch die Fahndung der Polizei in Osnabrück. „Wir haben sie jetzt nach NRW geholt.“

Drei Kilogramm Gold

sichergestellt

Im Wagen wurden drei Kilogramm Gold im Wert von circa 150.000 Euro aufgefunden und sichergestellt. „Das Gold stammt nach ersten Erkenntnissen aus einer Tat von Mittwochmittag aus Mettmann.“

Der Geschädigte dieser Tat meldete sich in der Nacht von vergangenem Mittwoch auf Donnerstag bei der Polizei in Mettmann und gab an, offenbar einer Betrugsmasche zum Opfer gefallen zu sein. „Er habe zunächst Anrufe von zwei vermeintlichen Polizeibeamten erhalten, die ihn vor einer Einbrecherbande bewahren wollten.“ Die Anrufer brachten den Mann aus Mettmann schließlich dazu, Goldbarren aus seinem Bankschließfach zu holen. Die Täter nahmen schließlich die Wertgegenstände des Opfers in Verwahrung, indem sie sie bei ihm zu Hause abholten. Erst als der Geschädigte später mit seinem Enkel über die Situation sprach, kamen ihm Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Anrufer und er schaltete die „echte“ Polizei ein.

„Im Anschluss an die Festnahmen in Osnabrück erfolgten noch am selben Tag Wohnungsdurchsuchungen bei den mutmaßlichen Tätern in Bremen und Köln.“ Bei dieser Durchsuchung wurde ein weiterer Kölner im Alter von 22 Jahren festgenommen.

Auch Meerbuscher

können Opfer sein

Die Polizisten stellten umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Mobilfunkhandys und SIM-Karten, die von der Arbeitsweise der Verdächtigen zeugen. Insgesamt fand die Polizei am Mittwoch bei ihren Maßnahmen mehr als 30.000 Euro und stellte das Bargeld sicher.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen anhand ihrer Ermittlungen davon aus, dass innerhalb der Tätergruppierung strenge hierarchische Strukturen und Rollen bestehen. Wie viele Taten auf das Konto der Verdächtigen gehen, werden die weiteren Ermittlungen zeigen. „Wir hatten in diesem Jahr auch schon eine Vielzahl von Versuchen in Meerbusch“, so Diane Drawe. Es könne auch sein, dass es „erfolgreiche“ gab. „Wir haben da leider auch eine hohe Dunkelziffer, da sich die Opfer schämen, darüber zu berichten und zur Polizei zu gehen.“ Da die Täter bundesweit agierten, könnte es auch gut sein, „dass da Meerbuscher Fälle drunter sind.“ Aber: „Wir ermitteln noch, das müssen wir jetzt untersuchen. Wir haben eine große Telefondatenmenge erhalten.“ Weitere Hintergründe zur Masche der Betrüger und Präventionstipps finden Sie auf der Internetseite der Polizei im Rhein-Kreis Neuss: https://rhein-kreis-neuss.polizei.nrw/artikel/vorsicht-vor-betruegern.