: Franziska, Retterin auf dem Rhein

: Franziska, Retterin auf dem Rhein

Das ganze Jahr über ist die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch einsatzbereit – auch auf dem Wasser.

Personen, Tiere, Öl im Rhein oder ein Brand auf dem Rhein sind alles Gründe für die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch auszurücken. In diesem Jahr gab es schon zehn Einsätze, für welche die Feuerwehrleute das Boot Franziska Klarschiff machten. Einmal wurde ein Hirsch im Wasser gesichtet, ein anderes Mal stürzte ein Sportler während einer Regatta von seinem Boot und wurde abgetrieben. Die Wasserschutzpolizei konnte ihn aus dem Wasser ziehen und er die Regatta fortsetzen.

Auch Hunde können sich schnell in einer Notlage befinden, wenn sie sich bei der Stärke der Strömungen und der eigenen Schwimmstärke verschätzen. „Davor warnen wir immer“, sagt Frank Mohr: „Es gibt unterirdische Strudel, die man vom Ufer aus nicht sieht. Die Gefahren lauern unter der Wasseroberfläche.“

Im Sommer gibt es mehr Übungen mit dem Rettungsboot Franziska, da die Temperaturen dafür angenehmer sind. Das restliche Jahr über finden theoretische Übungen und Fortbildungen im Hallenbad statt. Auch Einsätze mit Franziska gibt es vermehrt im Sommer. „Manche Personen möchten sich im Rhein abkühlen, doch es gibt keine sicheren Schwimmbuchten“, erklärt Pressesprecher Frank Mohr. Die Gefahren des Rheines verändern sich mit der Rheinwasserhöhe. „Da können wir nicht differenzieren“, sagt Frank Mohr: „Die Leute sollten sich lieber im Freibad abkühlen.“ Er rät davon ab, auch nur ein Stück ins Wasser zu gehen, da man auf den Steinen ausrutschen könnte. Auf keinen Fall solle man Kinder mit ins Wasser nehmen oder halten, es bestünde höchste Lebensgefahr. „Man sollte Kindern ein Vorbild sein, nicht dass sie als Jugendliche angetrunken auf die Idee kommen im Rhein schwimmen zu gehen“, sagt Frank Mohr. Sonntagabend erst wurde die Feuerwehr Meerbusch alarmiert, da sich zwei Personen hilflos im Rheinwasser befanden. Zusätzlich besteht durch die Strömung die Gefahr abzutreiben und von einem Schiff überfahren zu werden. Noch bevor die Meerbuscher Franziska startklar machen konnten, kam die Meldung, dass die Feuerwehr Düsseldorf die Personen bereits geborgen hätte. „Wir sind zum Glück nur ein Teil einer Hilfskräfte-Kette“, sagt Frank Mohr: „Mit uns zusammen wird auch immer die Feuerwehr Düsseldorf losgeschickt, um die Person schneller erreichen zu können.“

Franziska ist ein Allzweckboot und seit 2001 einsatzbereit. Zu seinem Namen kam das Boot, über den ehemaligen Meerbuscher Bürgermeister Rolf Harpke, der sich für die Anschaffung des Bootes einsetzte und es nach seiner Enkeltochter benannte. Franziska ist sechs Meter lang, zweieinhalb Meter breit, hält 1,5 Tonnen aus und bietet maximal Platz für zehn Personen. Aufgrund der Nähe zum Rhein liegt das Boot im Zuständigkeitsbereich der Freiwilligen Feuerwehr Büderich und liegt im Löricker Yachthafen. Ca. 40 bis 50 Personen in Meerbusch können das Boot fahren. Bei einem Einsatz fahren fünf bis sechs Feuerwehrleute mit. Die Ausbildung ist umfangreich, weshalb sie gebündelt alle drei bis vier Jahre stattfindet, das letzte Mal 2017. Alle Hauptamtlichen Feuerwehrleute in Meerbusch sind ebenfalls in der Lage Franziska zu manövrieren.

„Bei Öl auf dem Rhein können wir aufgrund der Fließgeschwindigkeit nicht viel machen“, sagt Frank Mohr. Im Hafen wird versucht das Öl mit Ölschlingen an der Ausbreitung zu hindern und anschließend abgesaugt. Das kam vor zwei Jahren schon einmal vor.

Um Personen oder Tiere zu bergen, besitzt das Boot eine hydraulisch herunterfahrbare Bugklappe, an die ein Gitter befestigt ist. Damit sich die zu rettende Person sicher fühlt, wird ihr zunächst ein Rettungsring zugeworfen, anschließend wird sie aus dem Wasser gezogen.