: „Dä Bott“ ist wieder da

Auch im 46. Jahrgang erfahren die Leser des „Bott“ wieder Neues aus der Vergangenheit des früheren Amtes Lank. Dabei wird diesmal auch die jüngste Geschichte in den Blick genommen.

Mit Thomas Günther erinnert sich eines der jüngeren Heimatkreis-Mitglieder an seine Schulzeit und die Geschäfte, die er als Schuljunge im Lank-Latum der 1980er Jahre damals so kannte. Dabei hat er neben dem Streifzug durch die eigene Erinnerung und durch die für Schüler unverzichtbaren Schreibwarenläden auch deren Geschichte aufgearbeitet – mit teils abenteuerlichem Pioniergeist junger Selbstständiger, für die ihr Laden alles war und auch im Privaten stets an erster Stelle stand. Hannen und Lapia versorgten an der Hauptstraße mit Schreibutensilien, Lesestoff und vielem anderen. Beide Läden sind längst Geschichte, aber immer noch in aller Munde, wenn man sich an „früher“ erinnert. Marianne und Carmine Lapia etwa spiegeln die Zeit des Wirtschaftswunders wider. Das Mädchen vom Dorf führte das elterliche Geschäft nach dem Tod von Franz Platen 1952 weiter. 1967 heiratete sie den Gastarbeiter Carmine Lapia aus Apulien. Auf Urlaube wurde meist verzichtet oder man fuhr getrennt mit Tochter Annegret, oft in die italienische Heimat – Hauptsache das Geschäft blieb geöffnet. Mit der Ortskernsanierung fiel das Platen-Haus einem Parkplatz zum Opfer, als Entschädigung baute das Paar auf der gegenüberliegenden Straßenseite neu. Das Geschäft führten beide im Rentenalter bis zu ihrem Tod 2008/09.

Ebenfalls bekannte Originale waren die Schwestern Leni und Toni Bodart, die an der Kemperallee in ihrem Privathaus eine von außen unscheinbare Schatzkiste betrieben. Was immer Schule, Hobby oder Büro an Tintenfedern und Papieren erfordern mochten, wartete hier auf seinen Finder. 1952 eröffnet, bestand das Geschäft bis 2004. Damals war Betreiberin Lena stolze 95 Jahre alt und stand noch immer jeden Tag hinter dem Tresen – seit ihre Schwester 1996 mit 88 Jahren verstorben war auch alleine. Euro-Umstellung und junge Diebe machten der Seniorin allerdings zuletzt zu schaffen –sie ist 2006 als Rentnerin verstorben.

In weiteren Artikeln beschäftigen sich etwa Theo Haefs mit dem Kruzifix am Lanker Kirchturm, das älter ist, als man vermuten würde, und über den Hauptort des Amtes Lank hinaus führt Johannes Toups die Kirchengeschichte von Nierst und Kierst, während Jürgen Fallack die Wahlbeamten der Stadt Meerbusch aus fünf Jahrzehnten vorstellt. Gottfried Bößen schreibt erneut über den ungelösten Mord an Lorenz Reiners im Jahre 1921.

Mit der heimischen Mundart beschäftigen sich Johannes Toups und Theo Schackers. Regina Spoerle berichtet von den Reisen des Heimatkreises. Und Franz-Josef Jürgens stellt in einem politischen Artikel fest, dass Meerbusch ein Heimatmuseum braucht.

Natürlich fehlen Nachrufe auf verdiente Mitglieder ebenso wenig wie die Reden zur Verleihung der Jacobsleiter 2018. Insgesamt legt der Heimatkreis – leicht verspätet – die Ausgabe 2019 mit 115 Seiten und 52 Beiträgen vor. Die Mitglieder erhalten das Heft als Jahresgabe, die aber auch im lokalen Buchhandel für 5 Euro erworben werden kann.