iese Umgehung ist einfach Un sinn

Die Stadt Krefeld plant eine Umgehung vom Krefelder Hafen mit Anschluss an die A 57 - durch den Latumer Bruch. Die Planungen sind nicht neu und wurden von der Stadt Meerbusch vehement abgelehnt. Doch nun scheint erneut Bewegung in die Planung zu kommen - zum Ärger der Meerbuscher Bürger.

Der Latumer Bruch ist sicherlich einer der schönsten Naturplätze auf Meerbuscher Stadtgebiet. Hier Leben Flora und Fauna in Einklang. Kein Wunder also, dass BUND, NABU und auch die Landschaftsbehörde dieses Areal als schützenswertes Habitat betrachten.

Doch das Idyll könnte jäh zerstört werden, sollte die Stadt Krefeld mit ihren Planungen erfolg haben. Deren Wunsch und Ziel ist es nämlich, eine weitere Umgehungsstraße vom Krefelder Hafen an die Autobahn A57 anzuschließen. So weit eigentlich kein Thema - würde diese Umgehung nicht direkt mitten durch den Latumer Bruch führen. Ziel sei hier eine Verkehrsoptimierung für den Lastenverkehr und eine bessere Anbindung an die Autobahn. Das jedoch trifft bei der Bürgerinitative „Für Lank-Latum“ auf wenig Verständnis. „Wir sind empört und auch irritiert über diese sinnlose Planung“, sagen Dietmar Becüwe und Dr. Gert Asbach. Und das aus gutem Grund.

Bereits im Jahr 2012 ist die Stadt Krefeld mit ihrer Idee an die Stadt Meerbusch herangetreten. Damals schon wurde das Projekt von Meerbuscher Seite abgelehnt. „Und hier ziehen wirklich alle Meerbuscher an einem Strang“, sagt Dietmar Becüwe. Es herrsche Einigkeit zwischen allen politischen Parteien, der Bürgermeisterin, der Verwaltung und allen Bürgerinitiativen: Man will diese Umgehung nicht haben.

„Diese Umgehung ist Unsinn“, bringt es Becüwe auf den Punkt. Nicht nur aus Sicht des Naturschutzes fahrlässig wäre, die neue Umgehung würde eine Zufahrt über den Rasthof Geißmühle bekommen. „Das muss man sich mal vorstellen, was das für ein Verkehrschaos auf der eh schon Stau geplagten Autobahn bedeuten würde. Noch unsinniger wird es, da knapp 700 Meter weiter die Auffahrt Oppum zu finden ist. Und bisher hat die bestehende Straßenlage für den Lkw-Verkehr des Krefelder Hafens vollkommen ausgereicht.“ Von den Kosten für den Bau der Trasse wollen Dietmar Becüwe und Gert Asbach erst gar nicht reden. Zu teuer, zu unsinnig und ökologisch nicht vertretbar - sagen sie.

Beide sind irritiert - denn eigentlich schien das Thema erstmal vom Tisch, nachdem 2012 Vertreter der Stadt Krefeld mit ihrer Idee in Meerbusch nicht auf offene Türen gelaufen sind. „Anscheinend hat es aber fast schon stillschweigend im Hintergrund Aufträge für neue Gutachten für eine positive Bewertung der Trasse durch den Regionalrat und die IHK gegeben - und diese berücksichtigen in keiner Weise die Gegenargumente, Risiken oder Gefahren für solch eine Trasse“, ärgert sich Dietmar Becüwe.

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Vor allem ärgert man sich über Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der die Stadt Meerbusch im Regionalrat vertritt. „Zumindest er hätte intervenieren müssen“, sagt Dr. Gert Asbach. Lobbyismus fällt den beiden dazu ein, denn sie fühlen sich im Regionalrat nicht wirklich vertreten.

Kann man es ihnen verdenken?

Krefeld ist mit drei Mitgliedern im Regionalrat vertreten, der Kreis Neuss ist mit 49 Prozent am Krefelder Hafen beteiligt, die IHK als ’beratendes Mitglied’ im Regionalrat wird vertreten von Jürgen Steinmetz, seines Zeichens ehmaliger stellvertretender Landrat des Rhein-Kreises und gleichzeitig Vorsitzender des Vereins „Logistikregion Rheinland“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Trotzdem wollen Becüwe und Asbach nicht, dass die Meerbuscher als Querulanten gesehen werden. Im Gegenteil: „Wir sehen uns nicht als Industrie-Vorort von Krefeld. Wir wollen eine sinnvolle und abgestimmte Lösung, wenn es um Verkehrsplanungen geht, die Meerbusch einbindet. Eine Trasse durch den Latumer Bruch lehnen wir jedoch ab“. Und damit sind die beiden nicht alleine. Denn diese Trasse will niemand in Meerbusch.

(Report Anzeigenblatt)