: Schützenorden für Santen und Leuchten

Das Lank-Latumer Schützenfest endete am Montagabend in einem wahren Feuerwerk aus Geheimdiplomatie und Emotion. Brudermeister Jürgen Santen und Schatzmeister Ludwig Leuchten sind nun Träger des St. Sebastianus-Ehrenkreuzes.

Als Brudermeister Jürgen Santen für die „letzte Auszeichnung des Abends” seinen Vorstandskollegen Ludwig Leuchten als „fünften Lanker Träger des St. Sebastianus-Ehrenkreuzes” des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ankündigte, ahnte der Freischärler an der Spitze der St. Sebastianus-Bruderschaft von 1475 noch nicht, dass er mit dieser Einschätzung völlig daneben lag. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage hatte er noch kurz zuvor versichert, dass es an diesem Abend eine überraschende und hohe Auszeichnung geben würde, und meinte damit Leuchten. Der wiederum war in dieser Hinsicht selbst ahnungslos und versicherte der Bürgermeisterin noch am Zelteingang, dass ebendieses für Jürgen Santen geplant sei. Die Geheimhaltung im Vorstand funktionierte somit wieder einmal bis zur letzten Minute.

Selbst als Bezirksbundesmeister Mike Kunze am Ende der Auszeichnungen noch „eine allerletzte hohe Ehrung” ankündigte, schwante Santen nicht, dass er selbst gemeint sein musste. Es war gelungen, den Schützen-Chef bei der Beantragung des nun insgesamt sechsten St. Sebastianus-Ehrenkreuzes komplett außen vor zu lassen. Mit bewegenden Worten ließ Kunze die Verdienste und den Werdegang vom „rebellischen Latumer Freischärler”, der als Hauptmann so manchen Lanker König das Fürchten gelehrt hat, bis zum allseits verehrten Oberhaupt aller Lank-Latumer Schützen Revue passieren. „Er wollte es nie allen recht machen, aber alle gerecht behandeln und hat stets um den richtigen Weg gerungen”, lobte Kunze den besonders rechtschaffenen Charakter des Geehrten. Schützen und Gäste feierten ihren sichtlich gerührten Brudermeister dabei wie einen Popstar. Als Santen mit der Ordensinsignie am Hals das lange Ehrenspalier aller Bruderschaftskompanien Hände schüttelnd und mit Glückwünschen überhäuft quer durch das Zelt durchschritt, war es nicht nur Schweiß, der so manches Gesicht in der erdrückenden Hitze feucht wirken ließ.

Neben Santen erhielt mit Schatzmeister Ludwig Leuchten (Grüne Husaren) das am längsten amtierende Vorstandsmitglied ebenfalls das St. Sebastianus-Ehrenkreuz.

Der Spielmann Hans Walter freute sich über die Schützenmusikerauszeichnung in Silber für sein 1955 begonnenes musikalisches Lebenswerk und Bezirksschießmeisterin Melanie Kunze zeichnete den langjährigen Ex-Schießmeister Wolfgang Schneider mit dem Ehrenkreuz des Sports in Bronze aus. Für 65 Jahre Mitgliedschaft bekam der legendäre Freischarhauptmann Franz-Josef Prossegger den Ehrenbrief des Bezirksverbandes Krefeld-Willich-Meerbusch und den Jubelorden des Bundes. Für 50 Jahre wurde Dieter Backes entsprechend ausgezeichnet.

Zum traditionellen Abschluss des Festes gehört der Große Zapfenstreich im Zelt bei Sonnenuntergang – und diesmal „subtropischen Temperaturen”, wie General Frank Neukirchen trocken bemerkte. Seine Truppen standen trotzdem in voller Uniform auf der Tanzfläche, als der Bundesspielmannszug mit dem „Gruß an Kiel” das musikalische Highlight eröffnete. Zusammen mit dem Blasorchester der Stadtwerke Krefeld wurde die Serenade schnell konzertant, als „Smoke on the water” durchs Zelt schwappte und Braveheart Roman Tichelkamp unter Orchesterbegleitung das „Halleluja” intonierte und spätestens jetzt auch das Königspaar Dieter und Andrea Niedzwetzki zu Tränen rührte. Mit den wuchtigen Klängen der Nationalhymne endete schließlich der offizielle Teil des Festes.

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