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Stadt Meerbusch setzt bei Forstarbeiten in Lank-Latum auf Rückepferde.

Stadt Meerbusch setzt auf Rückepferde : Holztransporter mit einem PS

Im städtischen Wäldchen am Wasserwerk in Lank-Latum wurde in den vergangenen Tagen voll auf PS gesetzt: Bei den dortigen Forstarbeiten kamen – nicht zum ersten Mal in Meerbusch – Rückepferde zum Einsatz. Eine Arbeitsweise, die einige Vorteile mit sich bringt.

Schwere Maschinen sind in der modernen Forstwirtschaft längst unverzichtbar. In sensiblen, ökologisch wertvollen Waldzonen aber kommen sie noch zum Einsatz: ­Rückepferde. Im städtischen Wäldchen am Wasserwek in Lank-Latum haben die Tiere jetzt Baumstämme zum Abtransport aus dem Wald gezogen.

„Bei der Stadt Meerbusch setzen wir seit zehn Jahren immer mal wieder auf diese althergebrachte Methode, weil es aus ökologischer Sicht einfach sinnvoll ist“, sagt Michael Reschke vom Servicebereich „Baubetriebshof, Friedhöfe, Grünflächen“. Denn anders als große Schlepper richtet das genügsame Pferd keine Schäden an. Andere Bäume werden beim vorsichtigen Ausziehen der Stämme aus den geschützten Beständen nicht beschädigt, der empfindliche Waldboden nicht unnötig verdichtet oder aufgewühlt. „Zudem sparen wir so 15 000 bis 20 000 Liter Diesel und ein Pferd verliert auch im Gegensatz zu Maschinen kein Öl“, so Reschke. „Ein Faktor, der auch deshalb nicht genug betont werden kann, weil es sich bei dem Areal hier um ein Trinkwasserschutzgebiet handelt“, wie Bezirksförster Lukas Lenneps ergänzt. Ein weiterer Vorteil sei darüber hinaus, dass bei der Arbeit mit Maschinen, wie einem Harvester, mehr Gassen in den Baumbestand geschlagen werden müssten, während der Einsatz von Pferden es ermögliche, größere intakte Bereiche stehen zu lassen.

„Grundsätzlich stellen wir auch immer wieder fest, dass wir mit unserem Vorgehen, wie wir es hier praktizieren, eine höhere Akzeptanz aus der Bevölkerung erfahren, als es bei der Arbeit mit rein maschineller Unterstützung der Fall ist“, berichtet Daniel Proske. Der selbstständige Unternehmer aus Solingen hat die Arbeiten im städtischen Wäldchen gemeinsam mit seinem Kollegen Frank Wirth – und mit Unterstützung der Comtois-Pferde Eljot und Paula – durchgeführt.

Den Tieren selbst mache es nicht viel aus, regelmäßig die schweren Stämme aus dem Wald zu transportieren, erklärt Proske. „So ein Rückepferd kann über kürzere Zeiträume das Doppelte und über einen längeren Zeitraum immerhin noch ein Drittel seines Körpergewichts ziehen“, weiß der Experte. „Diese Tiere sind richtige Kraftsportler“, sagt auch Frank Wirth, allerdings müssten sie auch – ähnlich wie ein Marathonläufer – ständig im Training bleiben, um ihre Leistung abrufen zu können. Auch die lauten Arbeitsgeräusche durch Kettensägen oder weitere zur Unterstützung eingesetzte Maschinen stören die Tiere nicht. „Häufig sind schon die Eltern ja Rückepferde und da lässt man die jungen Tiere schon sehr früh an lockerer Leine mitgehen, so dass sie sich schon mal an das Arbeitsumfeld gewöhnen können“, so Proske.

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Außer zum Abtransport von Baumstämmen und bei Gefahrbaumfällungen werden die Pferde auch für vielfältige andere Arbeiten gerne eingesetzt. Dazu gehören Ackerarbeiten, Landschaftspflege, Mäharbeiten, Obstbaumschnitte, aber natürlich auch Planwagenfahrten.

Grund für die Fällungen im Wäldchen war übrigens das sogenannte Eschentriebsterben, das dort bedauernswerterweise um sich gegriffen und viele Eschen befallen hat. Bei dieser Baumkrankheit infizieren Pilzsporen im Sommer die Blätter der Esche, von wo aus der Erreger in die Triebe vordringt. Dort entwickeln sich dann die typischen, olivbraun bis orange verfärbten Rindennekrosen, die zum Absterben der Triebe führen. Das aus dem Wald abtransportierte Holz soll jetzt als Brennholz an Bürgerinnen und Bürger verkauft werden.