: Toups kündet Abschied an

Gleich fünf weitere Interpreten fürs Länkter Platt unterstützten Johannes Toups mit eigenen, unterhaltsamen Beiträgen beim Mundartstammtisch in Lank-Latum. Aber: Er hat seinen Abschied angekündigt.

Viele begeisterte Gäste – unter ihnen Dr. Walter-Borjans, Ex-Staatsminister und Kandidat für den SPD-Bundesvorsitz – Musikanten und Sänger des Männerchores sorgten für eine volle „Bude“.

Geradezu andächtig leise wurde es, wenn „Mundartpapst“ Johannes Toups über nicht nur höflichen Umgang mit Pastören und Kaplänen referierte. Der Legende nach soll Mösche Matthes der Schalk hinter den Ohren selbst im Beichtstuhl nicht verlassen haben. Aber, zu Zeiten, als alle, wirklich alle Lanker noch untereinander platt sprachen, besaßen selbst Kleinstbauern Kühe, Ziegen, Hühner, Gänse – und nach der Hausschlachtung bekamen Pfarrer und Lehrer selbstverständlich „Koorstöcks“ (Kostproben). So ließ sich mancher vorausgegangene Frevel substanziell ausgleichen. Von Schützenfesten, Kindergeburtstagen, hohem Besuch, heimischen Originalen und lokaler Mode war zu erfahren, aber auch wie man „Pöttsches on Döppes“ (Töpfe und Schüsseln) aus Ton zur Vorratshaltung herstellte. Als die heimischen Tongruben verschwanden, gab es zum Glück schon Tiefkühltruhen. Selbst Toups‘ imaginäre Familie Lintermanns käme heutzutage damit gut „zu Potte“.

Gegen Ende – die Bekanntgabe fiel Toups sichtlich schwer – ließ er die Gäste wissen, dass sie soeben am zweitletzten Mundartabend unter seiner Leitung teilgenommen hätten. Noch einmal am 9. Dezember übernähme er die Moderation, für später wird ein Nachfolger gesucht. „Länkter Platt ess oss Moodersprook“ und die dürfe nicht untergehen. Er hoffe im Dezember noch einmal auf ein volles Haus Latum.

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