: Über Sowjets und Stasi

Der Heimatkreises Lank hatte zur traditioneller Busreise in die „neuen“ Bundesländer geladen – diesmal ging es in den Harz. Dabei gab es wie gewohnt viel Historisches zu erleben. Egal ob über Kaiser und König oder über Sowjets und Stasi.

Das muss man dem Heimatkreis Lank lassen: Wenn er Mitglieder in ferne Bundesländer entführt, schwärmen diese schnell auch andernorts von wundervollen „Heimaten“. So geschehen anlässlich einer Busreise in den Harz. Fünfmal geführtes Städtebestaunen – Goslar, Quedlinburg, Wernigerode, Halberstadt, Hildesheim plus Brocken und Hexentanzplatz – war für die überwiegend älteren Ausflügler oft anstrengend, gleichwohl aber bildungs- und erlebnisreich. Quedlinburg, eine großartig restaurierte fast 1100 Jahre alte Stadt mit zahlreichen Fachwerkbauten, diente drei Tage als Standquartier. Fremdenführer Gödicke, ein pensionierter Historiker aus dem östlichen Ex-Zonenrandgebiet, imponierte mit fundiertem Wissen zu vor- und nach-gewendeten Zeiten, zu Baustilen, Kaisern, Königen, Besatzern, Hängebrücken, Wanderwegen, zu Sagen und Anekdoten und natürlich zum 1.140 Meter hohen Brocken. Während DDR-Zeiten diente das heutige Touristenziel Sowjets und Stasi als supergesicherter Beobachtungspunkt Richtung Westen. Ein abenteuerlicher „Gipfelsturm“ per 120-jähriger Schmalspurbahn mit Dampflok schuf Ausgleich zur Nutzung eines Wanderweges. Am nächsten Tag folgte der Hexentanzplatz bei Thale, dazu arbeiteten Gastronomen und Konditoren umso emsiger. Einerseits voller Stolz, andererseits geradezu entschuldigend erläuterte Reiseführer Gödicke bei den meisten Highlights die Leistungen von 30 Jahren Aufbau Ost. Großenteils mit Steuergeldern. Natürlich. Nach 45 Jahren Diktatur. Anerkennung und Komplimente der Meerbuscher waren ihm sicher – sie versprachen wiederzukommen.

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