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Meerbuscher Band ATZ kritisiert in Song die Diskussionskultur

Band ATZ kritisiert den gesellschaftlichen Diskurs : Zurück zur DiskussionsKULTUR

Die Meerbuscher Band ATZ hat inmitten der aktuell grassierenden Corona-Pandemie einen Song herausgebracht, der ein Statement gegen die fortschreitende Verrohung der Diskussionskultur in unserer Gesellschaft sein soll. In „Hör auf zu schreien“ fordern die Musiker die Rückkehr zu einem Diskurs, der auf Argumenten basiert – und der Fähigkeit, auch mal zuzuhören.

Den Gedanken hinter „Hör auf zu schreien“ fasst Sänger Detlev Spanholtz zusammen: „Schon mit Aufkommen der Pegida-Bewegung haben wir festgestellt, dass sich etwas in unserer Diskussionskultur verändert hat. Die Lautstärke ersetzt mehr und mehr die Argumente. Es wird fast nur noch geschrien und die Leute verhalten sich deutlich aggressiver. Durch Parolen wie ,Lügenpresse!‘ oder ,Bullenschweine!‘ kommt es zur Verrohung. Ein solches Verhalten scheint dabei zunehmend zum Standard zu werden.“ Gegen diese Form des gesellschaftlichen Diskurses wenden sich Spanholtz und seine Bandkollegen Gert Vigener (Gitarre), Klaus Kreutz (Bass) und Klaus Josten (Schlagzeug) entschieden. Sie wünschen sich die Rückkehr zum faktenbassierten Austausch und generell wieder mehr Respekt im Umgang miteinander. Die Art, miteinander zu diskutieren, solle auch die Möglichkeit berücksichtigen, dass der Andere Recht haben könnte, so die Musiker.

Dass sich die Mitglieder von ATZ – was als Kürzel ursprünglich mal für Altersteilzeit stand, inzwischen aber von den Musikern bewusst zur Interpretation offengelassen wird – so für das Thema engagieren, dürfte für Kenner der Gruppe zunächst überraschend sein. „Wir waren ja nie wirklich eine politische Band“, sagt Detlev Spanholtz, „vielmehr machen wir seit über zehn Jahren Pop-Rock und haben unsere Musik immer als etwas begriffen, das den Menschen vor allem Freude bringen soll. Auch liegt es uns fern, als kleine Meerbuscher Band jetzt hier ein großes Fass aufzumachen zu wollen. Aber manchmal muss man eben auch Stellung beziehen.“

Wichtig ist es Detlev Spanholtz und seinen Mitstreitern zu betonen, dass sich ihr Protest gegen die aktuelle Diskussionskultur an sich, nicht aber gegen spezielle gesellschaftliche Gruppen richtet. „Es geht nicht darum, zu zeigen, dass in dieser oder jener Gruppe alle blöd sind. Es geht einzig um die Form“, so der ATZ-Frontmann.

Die Idee zu dem Song „Hör auf zu schreien“ kam Detlev Spanholtz und Gitarrist Gert Vigener bereits im Dezember 2020. Zudem diente der TV-Film „So viel Zeit“ mit Jan Josef Liefers nach einem Buch von Frank Goosen über eine Band-Wiederbelebung den Musikern als Anregung, in die deutsche Sprache zu wechseln – was ja auch angesichts eines gesellschaftlich derart relevanten Themas, wie es „Hör auf zu schreien“ behandelt, durchaus Vorteile mit sich bringt. Der Song wendet dabei einen Kniff an, den, wie Spanholtz erklärt, deutschsprachige Interpreten häufig nutzen würden, nämlich den, den Inhalt aus Sicht eines Protagonisten wiederzugeben. Zum Protagonisten wir hier der Zuhörer selbst, der schon in den ersten Zeilen des Textes direkt angesprochen wird: „Du stehst auf und fragst dich, wozu ist das alles gut. Gibt es `nen Grund für diese Wut?...“

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Bis „Hör auf zu schreien“ so richtig fertig war, dauerte es aber dann doch noch eine gewisee Zeit. Coronabedingt durften die Musiker von ATZ ihren Proberaum in Krefeld nämlich lange Zeit immer nur zu zweit nutzen. Bis Mitte des vergangenen Sommers konnte die Band daher nicht gemeinsam proben, von der fehlenden Möglichkeit, Konzerte zu geben, ganz zu schweigen. Erst als alle vier Bandmitglieder doppelt geimpft waren, konnte der Probenraum wieder in voller Besetzung genutzt und das Stück gemeinsam zu Ende entwickelt werden. Das Resultat ist inzwischen auch auf Youtube zu hören und über den folgenden Link abrufbar: https://www.youtube.com/watch?v=urIw9FQjWKQ