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Meerbuscher Künstlerin schließt Depositalvertrag ab

Eri Krippner übergibt Dokumente : Kreativer Nachlass fürs Archiv

Immer häufiger nutzen Meerbuscher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Möglichkeit, stadtgeschichtlich aussagekräftige Dokumente, Bücher, Briefe und Fotos aus ihrem Nachlass dem Stadtarchiv zu überlassen.

Meist geschieht dies über einen sogenannten Depositalvertrag. Das Archiv kümmert sich dann um die Sortierung, Einordnung und fachgerechte Aufbewahrung des Materials. Vertraglich wird dazu geregelt, wer die Deposita einsehen oder in irgendeiner Form nutzen darf.

Die Kunstpädagogin, Fotografin, Malerin, Grafikerin und Autorin Eri Krippner hat sich entschlossen, schon zu Lebzeiten Kontakt mit Stadtarchivar Michael Regenbrecht aufzunehmen. Seit rund 60 Jahren lebt und arbeitet die gebürtige Nürnbergerin in Meerbusch. 1972 wurde sie Kunstlehrerin am Städtischen Mataré-Gymnasium in Büderich, seit 1988 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig. Eri Krippner hat Spuren hinterlassen – auch im öffentlichen Leben Meerbuschs: Sie gestaltete Broschüren für die Stadt, stellte Fotos und einen Textbeitrag für das Buch „Meerbusch, Stadt am Niederrhein“ zur Verfügung, entwarf die Ehrenplakette für verdiente Bürgerinnen und Bürger, schrieb Anekdoten und Geschichten unter dem Titel „Meerbusch im Plauderton“ und fasste in dem biografischen  Band „Leben im Gesamtkunstwerk“ die Vita des Bildhauers Will Brüll zusammen. In der ehemaligen Galerie Mönter in Osterath waren zwölf Ausstellungen mit Malerei und Fotografie Eri Krippners zu sehen. Im Meerbuscher Kulturkreis (MKK) bringt sie seit Jahren ihre vielfältigen Faibles ein.

Jetzt übergab die Wahl-Strümperin dem Stadtarchiv  unter anderem zahlreiche Beispiele ihres literarischen Schaffens, Fotos von markanten Meerbuscher Punkten, Ereignissen und Persönlichkeiten oder auch einen Mitschnitt ihres Interviews mit dem 2019 verstorbenen Künstler Will Brüll. Stadtarchivar Michael Regenbrecht freut sich über das Depositum und hofft auf viele Nachahmer: „Auf Meerbuschs Dachböden, in Kellern und Garagen lagern noch viele Schätze, die es zu heben gilt.“ An Geld, Gold oder Schmuck denkt der Historiker in Diensten der Stadt dabei freilich nicht. Vielmehr geht es um Dinge, die Menschen bei Haushaltsauflösungen, Entrümpelungen oder schlicht beim Aufräumen immer wieder in die Hände fallen: alte Fotos, Gemälde, Fahnen, Briefe, Zeugnisse, Orden, Urkunden – die Vielfalt der Dinge, die verstorbene Angehörige hinterlassen, scheint grenzenlos. „Leider landen immer noch zu viele solcher Kleinodien im Müllcontainer –  sei es aus Unwissen, aus Gleichgültigkeit, Platzmangel oder Zeitdruck“, bedauert Regenbrecht.

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Seine archivarische Überzeugungsarbeit als „Jäger und Sammler“ aber trägt zunehmend Früchte. „Wir sind unter anderem dabei, ein umfassendes biografisches Kompendium über Persönlichkeiten aufzubauen, die in Meerbusch gelebt und gewirkt haben.“ Nachfragen nach entsprechendem Material gebe es regelmäßig. Eri Krippner jedenfalls ist ab sofort umfassend im Verzeichnis vertreten.