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Musikschul-Antrag von CDU und FDP verärgert SPD Meerbusch

Streit um Städtische Musikschule : SPD beklagt „Alleingang“ von CDU und FDP

Ein Antrag von CDU und FDP zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Städtischen Musikschule Meerbusch hat in der letzten Ratssitzung für Ärger gesorgt. Die SPD sieht sich motiviert, klar Stellung zu beziehen und sich für die Musikschule in ihrer jetzigen Form stark zu machen.

Dass der Wirtschaftlichkeitsprüfung mit den Stimmen der Mehrheit von CDU und FDP gegen alle anderen Parteien zugestimmt wurde, erregt umso mehr die Gemüter, als – so die SPD Meerbusch in einer Erklärung – der entsprechende Antrage zum einen nicht fristgerecht eingereicht und zum anderen auch nicht vorher im Kulturausschuss beraten worden sei.

Der Vorsitzende des Kulturausschusses und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Meerbuscher Stadtrat Georg Neuhausen bricht eine Lanze für die Musikschule. Diese erfülle neben dem musikalischen auch einen erzieherischen Auftrag. „Die Kinder und Jugendlichen lernen Disziplin, Gruppenfähigkeit und Konzentration. Sie finden Freundinnen und Freunde, kurz um, die Musikschule prägt für das ganze Leben“, so Neuhausen.

Nach über 16 Jahren eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchzuführen, sei erst einmal nicht verwerflich, macht die SPD in ihrer Erklärung deutlich, bedeute „wirtschaftlich“ doch, eine gute Qualität zu einem guten Preis anzustreben, wobei die Qualität im Fokus stehen sollte. Im Antrag werde jedoch exponiert auf die Zusammenarbeit mit privaten Musikschulen hingewiesen und des Weiteren sei die Rede von „innovativen Methoden“. Was damit genau gemeint sei, bleibe ebenso im Dunkeln wie die Motivation von CDU und FDP.

„Wir als SPD Meerbusch unterstützen eine qualitativ hochwertige Musikschule, die seit Jahren Musikschülerinnen und Musikschüler bis auf Bundesebene von ,Jugend musiziert‘ begleitet und fördert“, heißt es von Seiten der Sozialdemokraten. Genauso wichtig wie die Begabtenförderung sei aber auch die musikalische Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Musizieren fördere mathematische Fähigkeiten und steigere die Konzentrationsfähigkeit, Disziplin und Ausdauer. Das gemeinsame Musizieren im Ensemble oder im Orchester trainiere zudem die Sozialkompetenz.

„Die Musikschule ist offen für alle, unabhängig von ihrer Herkunft und Einkommensverhältnissen, und sorgt durch die Stärkung der persönlichen Fähigkeiten für mehr Chancengleichheit“, so der Wortlaut der Erklärung weiter. Sie sei durch die regelmäßigen Konzerte ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft, bilde den Nachwuchs für die Brauchtumspflege und habe für die Stadt Meerbusch als Aushängeschild eine nicht zu unterschätzende werbende Wirkung. All dies seien wichtige Dinge für das Zusammenleben in einer Stadt, weshalb auch allen Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit geboten werden solle, hieran teilzuhaben. So werde denn auch die SPD Meerbusch die Städtische Musikschule unterstützen, ihre Qualität und ihren Nutzen für die Stadt Meerbusch zu erhalten.

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Ein „Sparen um des Sparens willen“ wird es mit der SPD Meerbusch derweil nicht geben, betont ihr Vorsitzender Oliver Werner. „Wir werden auch nur dort einer Zusammenarbeit mit privaten Musikschulen zustimmen, wo es Sinn macht.“

Bei der Frage der Zusammenarbeit fordert Werner, die Leiterin der Städtischen Musikschule Anne Burbulla anzuhören und sie in die Entscheidung miteineinzubinden. Bezüglich des Antrags von CDU und FDP spricht der SPD-Vorsitzende ferner von einem „Alleingang der Mehrheitsparteien (...) im Stadtrat, der weder den Willen noch das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Blick hat und widerspiegelt“.