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Offener Workshop zum Mobilitätskonzept Merbusch bringt viel Input.

Offener Online-Workshop : Bürger-Input für Mobilitätskonzept

Zum ersten offenen Bürgerworkshop in Sachen Mobilitätskonzept (MoKo) für Meerbusch hatten sich am Mittwochabend knapp 40 Bürgerinnen und Bürger eingefunden. Zwar fand die Veranstaltung pandemiebedingt nur in digitaler Form statt, der Lust, sich aktiv am Austausch zu beteiligen, tat dies allerdings keinen Abbruch.

Politik und Stadtverwaltung arbeiten derzeit intensiv an einem Mobilitätskonzept für Meerbusch. Im Oktober vergangenen Jahres hatten zunächst nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Meerbuscherinnen und Meerbuscher Gelegenheit, im Meerbusch-Gymnasium grundsätzlich über die zukünftige Mobilitätsentwicklung im Stadtgebiet zu diskutieren. Nun stand der erste offene Workshop an und den nutzten die Bürgerinnen und Bürger, um ihre Ideen zum Zielkonzept in das Verfahren miteinfließen zu lassen.

Zu Beginn stellte David Madden vom von der Stadt beauftragten Büro „Planersocietät“ aus Dortmund noch einmal den aktuellen Stand vor und gab dabei auch einen Überblick über die im vergangenen Jahr erfolgte Bestandsanalyse. Auf Grundlage von Ortsbegehungen, Zählungen und Verkehrserhebungen habe man festgestellt, dass die Meerbuscher grundsätzlich sehr mobil seien, so Madden. Nur auf das Auto oder nur auf das Fahrrad seien die Wenigsten angewiesen, der Großteil könne hier wählen. Mit Blick auf die Bereiche Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV und Kfz-Verkehr ziehen Madden und das Planungsbüro folgendes Zwischenfazit: „Meerbusch ist in einigen Bereichen bereits auf dem richtigen Weg, kann aber noch viele Potenziale besser nutzen und die nachhaltige Mobilität stärker und bewusster fördern.“ Oberstes Ziel sei es hier, alle Mobilitätsformen bestmöglich zu integrieren und auf gesamtstädtischer Ebene zusammenzuführen, um so multifunktionale Straßenräume zu schaffen.

Anhand der ­Erkenntnisse aus der Bestandsanalyse sowie der Ergebnisse aus dem Zukunftsworkshop im vergangenen Oktober hat das Büro „Planersocietät“ zwischenzeitlich einen Entwurf für ein Zielkonzept erarbeitet. Unter dem Slogan „Meerbusch. Mobilität gestalten. Klimaneutral, innovativ, gemeinschaftlich.“ wurden sechs übergeodnetete und sich jeweils noch in weitere Unterthemen ausdifferenzierende Oberthemen ermittelt: 1. die lokale und regionale Anbindung, 2. der Umweltverband als Rückgrat der Mobilität, 3. Stadt- und Mobilitätsentwicklung gemeinsam gedacht, 4. smart und vernetzt/mobil in Meerbusch, 5. stadt- und umweltverträglich emissionsfrei unterwegs und 6. gemeinschaftlich und lebenswert entwickelte Räume.

Die aufgeführten Leitbilder und Ziele noch weiter zu ergänzen und eigene Vorschläge und Hinweise einzubringen, hatten die Teilnehmer am Bürgerworkshop nun die Möglichkeit – wovon sie auch reichlich Gebrauch machten. In Kleingruppen, jeweils begleitet von einem Mitarbeiter des Planungsbüros, konnten die Bürgerinnen und Bürger auf einem digitalen Board eigene Ideen und Anregungen in Textboxen scheiben, die farblich passend dem jeweiligen Oberthema zugeordnet waren. Am Ende waren die Boards voll mit neuem Input. Auf der „Wunschliste“ standen etwa eine flexiblere Anbindung aller Stadtteile an den Osterather Bahnhof, die kostenfreie Mitnahme von Fahrrädern im ÖPNV, die Verbesserung der Radwege im Hinblick auf Durchgängigkeit und Qualität, feste Haltepunkte für den Lieferverkehr, die Einrichtung von Busspuren, mehr Kreisverkehre oder auch ein flexibles und sicheres Carsharing.

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Daneben wurde aber auch eifrig diskutiert. Ein Thema war zum Beispiel das Bedürfnis nach mehr ­Sicherheit und einem stärkeren Miteinander. So ­äußerte eine Bürgerin aus Langst-Kierst ihren Unmut ­bezüglich des Fahrradwegs auf dem Deich, der Rennradfahrern häufig als Speedstrecke diene, wodurch es schon mehrfach zu Unfällen gekommen sei.

Diese und andere Hinweise aus der Meerbuscher Bürgerschaft nahm das Team des Dortmunder Panungsbüros gerne mit. Sie sollen ihren Weg in die Ausarbeitung des finalen Zielkonzepts finden, über das anschließend die begleitenden Gremien zu entscheiden haben. Im Frühjahr wird dann ein zweiter Workshop für die Öffentlichkeit angeboten, in dem konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Mobilitätskonzeptes diskutiert werden sollen. Zudem wird es im Frühjahr und Sommer aber auch sogenannte Stadtteilspaziergänge geben, bei denen sich Interessierte vor Ort über konkrete Problembereiche austauschen können.

Die Termine für diese Stadtteilspaziergänge sollen demnächst bekannt gegeben werden.