„Münte“ ehrte Meerbuscher

Franz Müntefering kam nach Meerbusch, um altgediente Genossen zu ehren. Im Osterather Jugendcafé stellte der ehemalige Vize-Kanzler seine Visionen für Deutschland vor, die Jusos wollten Denkanstöße.

Für alle Meerbuscher war es ein besonderer Tag.

 Bei den „Jusos“ kam Franz Müntefering gut an. Sie erhofften sich Denkanstöße von dem SPD-Urgestein.
Bei den „Jusos“ kam Franz Müntefering gut an. Sie erhofften sich Denkanstöße von dem SPD-Urgestein. Foto: Büntig

Der Altersdurchschnitt der Besucher im Osterather Jugendtreff „Juka“ lag am Sonntagvormittag um einiges höher als an anderen Tagen, denn der Einladung zum traditionellen Herbstempfang der Meerbuscher SPD folgten auch viele langgediente Genossen.

Dieses große Interesse an diesem Empfang verwunderte nicht, denn Parteichefin Heidemarie Niegeloh hatte als Ehrengast und Gastredner keinen Geringeren als den Alt-Vizekanzler Franz Müntefering gewinnen können.

Heidemarie Niegeloh hatte nicht vorgehabt, selbst eine Rede zu halten, die von der NPD inszenierte fremdenfeindliche Demo in Bösinghoven am Samstag und die solidarisch-menschlichen Reaktionen der Meerbuscher Bevölkerung verleiteten sie jedoch zu einer klaren Stellungnahme.

„Hier bei uns ist kein Platz für Dummheit und Engstirnigkeit!“, erklärte sie.

Für Müntefering war dieser Zwischenfall eine Steilvorlage, so begann er seine Ansprache mit ebenso klaren Worten: „Wir wollen ein offenes und liberales Land sein!“

Der einstige Bundesparteivorsitzende ermunterte die Anwesenden dazu, lokal in Gesellschaft und Politik mitzuwirken, Bande zwischen allen Altersschichten zu knüpfen und die standortbedingten Chancen von Meerbusch klug zu nutzen und der Jugend Perspektiven zu bieten. „Meerbusch hat große Chancen durch seine Nähe zur Metropole. Sie müssen den Jüngeren zeigen: Hier kannst Du gut leben!“

Zu Münteferings fünften Besuch in Meerbusch kamen auch Vertreter der Jusos, sie erwarteten Denkanstöße des erfahrenen Politikers. So meinte Felix Olberts: „Müntefering ist bekannt für seine klaren Aussagen, die auch abseits der Parteilinie sein können, das könnte interessant werden.“

Als weiterer wichtiger Programmpunkt standen Ehrungen an. Es wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft Jürgen Gromek und Matthias, „Matthes“ Müller, für 40 Jahre der ehemalige Bürgermeister Dr. Lothar Beseler und für zehn Jahre Mitgliedschaft Dr. Siamak Pourhassan geehrt. Siegfried Lau, der ebenfalls 50 Jahre Mitglied der SPD ist, war leider wegen eines Krankenhausaufenthaltes verhindert.

(StadtSpiegel)