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: Perspektiven für den Wirtschaftsstandort

: Perspektiven für den Wirtschaftsstandort

Die Zukunftsperspektiven für das Rheinische Braunkohlerevier standen jetzt im Fokus der dritten Strukturwandel-Konferenz des Rhein-Kreis Neuss auf der Raketenstation Hombroich.

Als Referent erläuterte Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen, die Anforderungen der Wirtschaft für einen gelingenden Strukturwandel. Elisabeth Winkelmeier-Becker, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, berichtete über den aktuellen Stand des Strukturstärkungsgesetzes.

Vor 160 Gästen skizzierte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke in seiner Begrüßung, welche Punkte umgesetzt werden müssen, damit es gelingt, neue Arbeitsplätze und Entwicklungspotenziale in der Region zu schaffen. „Wir benötigen ausreichend kurzfristig verfügbare Industrie- und Gewerbegebiete, die bedarfsgerechte Stärkung der Verkehrsinfrastruktur – einschließlich der Schienenverbindung Düsseldorf-Neuss-Grevenbroich-Aachen –, flächendeckenden Breitband- und 5G-Ausbau, schnellere Genehmigungsverfahren und die Realisierung einer klimaneutralen Modellsiedlung“, forderte Petrauschke. Dafür müssten die vorhandenen Strukturmittel eingesetzt werden.

Zum Erhalt der energieintensiven Industrie sei es zudem wichtig, dass auch künftig jederzeit kostengünstiger Strom aus heimischen Energiequellen verfügbar ist. „Wenn all das gelingt, bin ich mir sicher, dass wir auch nach dem Kohleausstieg 2038 einer der wirtschafts- und innovationsstärksten Kreise in Deutschland bleiben. Dafür ist der Rhein-Kreis Neuss schon in vielen Bereichen aktiv“, so der Landrat.

Unternehmerpräsident Kirchhoff unterstrich die Forderungen Petrauschkes und kritisierte, dass es zwar einen gesellschaftlichen Konsens über den Ausstieg aus der Kohleverstromung gebe, aber einen Dissenz über den Einstieg in neue Technologien und Formen der Energieerzeugung. „Wir müssen den Einstieg in den Ausstieg schaffen“, so Kirchhoff, der seinen Vortrag mit einem Appell schloss: „Der erfolgreiche Strukturwandel kann gelingen. Ausreichend Geld ist da, aber die Zeit ist knapp. Wir brauchen jetzt Mut, um die Dinge umzusetzen.“

Winkelmeier-Becker stellte dar, dass es die Erwartung der Menschen sei, dass neue Arbeitsplätze kommen, bevor alte wegfallen. „Aktuell ist die Zeit der runden Tische. An ihnen gilt es, viele Ideen einzubringen. Nutzt die Zeit und diskutiert heute, was in 20 Jahren passiert“, so die Staatssekretärin, die den Rhein-Kreis Neuss für sein vorausschauendes Handeln lobte: „So kann es gelingen, Vorreiter zu werden.“

In der von Tom Hegermann moderierten Podiumsdiskussion forderte Kreisdirektor Dirk Brügge, die jetzt zugesagten Finanzmittel in Fonds für das Rheinische Revier langfristig zu sichern. „So schaffen wir eine sichere Planungsgrundlage für die kommenden Jahrzehnte“, so Brügge, der auch Vorsitzender des Revierknotens „Infrastruktur und Mobilität“ ist.

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Thomas Görgen von der Covestro Deutschland GmbH machte deutlich, dass die Rahmenbedingungen auch künftig stimmen müssen. „Nur so kann das Rheinische Revier im Standortwettbewerb bestehen. Die Entwicklungsprozesse können dabei beschleunigt werden, wenn kluge Köpfe aus allen Bereichen zusammengebracht werden“, erläuterte Görgen. Simone Gitschier von der GETEC Energie GmbH erläuterte ihr Modell vom Echtzeithandel von Klein-Energiekunden: „Die Kunden möchten durch Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt werden und dies auch nachvollziehen können.“

Ziel der Wirtschaftskonferenzen zum Strkturwandel ist, im Dialog mit Vertretern aus der Wirtschaft und Gesellschaft Konzepte zu erarbeiten, wie der Rhein-Kreis Neuss auch künftig einer der wirtschafts- und innovationsstärksten Kreise bleibt. Referenten der ersten Strukturwandelkonferenzen des Kreises waren unter anderem Ronald Pofalla, einer der Vorsitzenden der Kommission für Wirtschaft, Strukturwandel und Beschäftigung der Bundesregierung, und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart.