: Rätseln mit Geschichtsverein

In Zeiten von Corona konzentriert sich der Geschichtsverein Meerbusch mehr auf seine Online-Präsens. Mit sogenannten Corona-Rätseln aus einem Fundus an Bildern und jeder Menge Hintergrundwissen können Meerbuscher regelmäßig mitraten. Ein Gastbeitrag von Schülerin Layla Ribbert.

„Wer kennt mich (noch)?“, fragt einen ein kleines Männchen mit dem rot-gelben Meerbuscher Stadtwappen auf dem Oberteil, einem Dreizack in der Hand, Turnschuhen und grüner Hose sowie grüner Blättermütze. „Ist das nicht das Meerbusch-Männchen?“, fragt ein Facebooknutzer, ein anderer sagt es „weckt Kindheitserinnerungen“. Das 1987 erstmals öffentlich erschienene Meerbusch-Männchen war abgebildet auf der „Ich zeige dir Meerbusch“-Broschüre, löst der Geschichtsverein Meerbusch schließlich auf, der das Rätsel als drittes der sogenannten Corona-Rätsel auf Facebook geteilt hatte. Der Geschichtsverein Meerbusch besteht aus einer Gruppe von Fachhistorikern und lokalhistorisch Interessierter rund um den Historiker und gebürtigen Meerbuscher Mike Kunze als Vorsitzenden. Der Gymnasiallehrer hat mit Beginn der Schulschließungen am 15. März mit dem Projekt „Corona-Rätsel“ begonnen. Dazu stellt er lokalhistorische Fotos mit einer kurzen Erläuterung ein. Die Facebooknutzer werden aufgefordert zu erraten, worum es sich bei der Abbildung handelt. Auch Erinnerungen und Insiderwissen darf die Facebook-Gemeinde teilen. Auf die Frage, wie er auf die Idee der Corona-Rätsel kam, antwortet er, dass gerade im Jahr des 50-jährigen Stadtjubiläums die kostenfrei und öffentlich stattfindende Vortragsreihe aufgrund des Virus abgebrochen werden musste, er jedoch weiterhin einen Beitrag zur Unterhaltung der Menschen leisten wollte. So können die Menschen Infos und Anekdoten austauschen, fügt er hinzu.

Obwohl die lokale Geschichte normalerweise am meisten bei den etwas älteren Generationen Anklang findet, interessieren sich nun immer mehr Menschen mittleren Alters für diese.

Den Großteil der Corona-Rätsel habe der 44-jährige Geschichtslehrer aus eigenem Fundus an Bildern und Hintergrundwissen erstellt, erzählt Kunze. „Einzelne Rätsel hat aber auch unser Vereinsmitglied Stephan Haag erstellt – besonders das erfolgreiche zum Meerbusch-Männchen“, berichtet er außerdem. Mittlerweise stellen ihm auch die Facebooknutzer Bilder zur Verfügung, die die Rätsel bereits bereichern konnten, fügt er hinzu. „Da die Rätsel nicht nur Infos über lokale Geschichte liefern, sondern auch die Menschen in der Krise ablenken und erheitern sollen, ist es der Plan, dass wir solange weitermachen, bis die Ausgangsbeschränkungen spürbar gelockert werden und ein halbwegs normales Leben wieder eintritt“ erklärt der Regionalhistoriker.

Die Facebookseite des Geschichtsvereins Meerbusch werde danach wieder über Forschungen, Vorträge und Besichtigungen informieren. Des Weiteren erzählt Kunze, dass das Corona-Rätsel, dadurch, dass es so gut ankommt, wahrscheinlich unter anderem Titel mit deutlich weiteren Intervallen fortgeführt wird und die jährlich erscheinenden Geschichtshefte Ende des Jahres wie gewohnt erscheinen werden.