: Stadtpatronin für Meerbusch?

Im kommenden Jahr feiert Meerbusch sein 50-jähriges Bestehen. Der GdG-Rat der Gemeinde Hildegundis von Meer und der Pfarrgemeinderat von St. Mauritius und Heilig Geist schlagen jetzt vor, die selige Hildegundis zur offiziellen Stadtpatronin der Stadt Meerbusch zu machen.

Das Jahr 2016 mit dem 850. Jahrestag der Gründung des Klosters Meer liegt nun schon in der Vergangenheit. „Schon während des Festjahres kam der Gedanke auf, die Gründerin des Klosters, Hildegundis, zur Patronin unserer jungen Stadt Meerbusch zu erklären. Dies könnte aus vielerlei Gründen für unsere Stadt von Nutzen sein“, lautet es jetzt in einer Mitteilung, die die beiden katholischen Gemeinden Hildegundis von Meer und St. Mauritius und Heilig Geist herausgegeben haben. Bereits am vergangenen Sonntag haben sie dazu ihre Gemeindemitglieder informiert. Alles, was die Stadt mit ihren unterschiedlichen Ortsteilen zusammenführe und eine, stärke die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit unserer Heimat, so die katholischen Gemeinden. Hildegundis scheine demnach als Identifikationsfigur mehr als geeignet: „Sie hat hier gelebt, sie hat ihren Standpunkt gegen auswärtige Interessen verteidigt, sie hat durch das Kloster und seine damaligen Besitzungen hilfreich in die heutigen Ortsteile Meerbuschs hineingewirkt.“

Hildegundis sei in den Herzen der Meerbuscherinnen und Meerbuscher tief verankert, davon würden etwa die Hildegundisallee in Büderich, die Hildegundisstraße in Nierst und das Hildegundis-Seniorenheim in Osterath zeugen. Bis 1995 gab es dazu noch in Büderich die Hildegundisschule. Erst in jüngster Zeit hat sich eine der beiden katholischen Gemeinden den Namen „Hildegundis von Meer“ gegeben, auch wurde vor zwei Jahren innerhalb der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Büderich eine Hildegundisgesellschaft gegründet, die ausnahmslos aus jungen Mitgliedern besteht.

„Die Christinnen und Christen unserer Stadt können in Hildegundis eine Frau sehen, die aus ihrem Glauben gelebt und ihr Leben ganz Gott gewidmet hat.“ Aus ihrem Glauben heraus sei ihr Antrieb entstanden, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Die katholischen Christinnen und Christen verehren Hildegundis als Selige (Festtag: 6. Februar), „also als so vorbildhaft, dass sie nun schon bei Gott als Fürsprecherin für die Menschen unserer Stadt wirkt“.

Andere Städte wie etwa Köln (Hl. Drei Könige), Neuss (Hl. Quirinus) oder Düsseldorf (Hl. Apollinaris) hätten seit alters her ihre Patrone, „Meerbusch als junge Stadt hat sicher auch eine Patronin verdient“.

Der GdG-Rat der Pfarrei Hildegundis von Meer und der Pfarrgemeinderat St. Mauritius und Heilig Geist haben sich der Idee angeschlossen und wollen sie nun vorantreiben.

Gespräche mit den evangelischen Gemeinden der Stadt Meerbusch hätten ergeben, dass man sich dort nicht aktiv in die Initiative eingeben möchte, da die Heiligenverehrung nicht Teil der evangelischen Tradition ist – die evangelische Kirche stehe dem Anliegen neutral gegenüber.