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Szenario eines möglichen Stromausfalls mobilisiert Behörden

Auch Selbsthilfe der Bürger wichtig : Stadt rüstet sich für einen Blackout

Laut Bundesnetzagentur ist der „Fall der Fälle“ eher unwahrscheinlich – dennoch laufen in der Meerbuscher Stadtverwaltung seit Wochen intensive Vorbereitungen für den „Blackout“, einen Stromausfall größeren Ausmaßes im kommenden Winter.

„Als Kommune müssen wir jetzt verschiedene Notlagen durchspielen, um – soweit das überhaupt möglich ist – gerüstet zu sein“, sagt Bürgermeister Christian Bommers.

Das Szenario, auf das sich der Rhein-Kreis Neuss in Abstimmung mit den Kommunen vorbereitet, ist ein Stromausfall von bis zu 72 Stunden. „In erster Linie müssen der SAE, unser Stab für außergewöhnliche Ereignisse, und unsere Feuerwehr handlungs- und kommunikationsfähig bleiben“, betont Bommers. „Denn von dort werden alle strategisch und taktisch notwendigen Schritte zum Schutz der Bevölkerung koordiniert.“ Neben der Hauptfeuerwache in Osterath muss deshalb vor allem der Sitz des Stabes im Technischen Dezernat an der Wittenberger Straße in Lank mit Notstrom versorgt werden. 

Bettina Scholten, Fachbereichsleiterin für Sicherheit und Ordnung im Rathaus, koordiniert die Vorbereitungen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes stimmen sich regelmäßig mit Vertretern der Technischen Fachbereiche, der IT-Abteilung, der Öffentlichkeitsarbeit und der Feuerwehr für den Ernstfall ab. „Klar ist, dass etliche Dinge, die wir jetzt für selbstverständlich halten, ohne Strom schlichtweg nicht mehr möglich sein werden. Das fängt bei der Kommunikation an und hört bei der Treibstoffversorgung für die städtische Fahrzeugflotte auf“, so Scholten. Auch die übrige Verwaltung könne im Extremfall definitiv nicht mehr arbeiten.

Ein massives Grundproblem: Tritt ein flächendeckender Stromausfall ein, stehen die klassischen Kommunikationskanäle wie das Fest- und das Mobilfunknetz, E-Mail, Social Media und Zeitungen ebenso wie Radio und Fernsehen innerhalb weniger Stunden nicht mehr zur Verfügung. „Deshalb ist es an uns, die Information der Bevölkerung zum größten Teil schon vorbeugend zu erledigen“, so Stadtsprecher Michael Gorgs. Pressemitteilungen, Info-Blätter oder Social-Media-Posts mit Verhaltens- und Selbstvorsorgetipps müssten schon im Vorfeld bei den Menschen angekommen sein – freilich ohne die Öffentlichkeit unnötig zu beunruhigen. „In der Notlage selbst werden wir nicht mehr viel kommunizieren können“, bekennt Gorgs. „Dann bleiben nur vorbereitete Flyer und gegebenenfalls Lautsprechdurchsagen von Einsatzfahrzeugen übrig.“ Parallel dazu wird geprüft, wie über noch vorhandene Antennenmaste ein interner, stromunabhängiger Funkverkehr für städtische Kräfte aufgebaut werden kann.

Neben den Feuerwehrgerätehäusern – nur von hier können im Extremfall noch Notrufe abgesetzt werden – plant die Stadt, in bekannten Gebäuden provisorische Info-Punkte für Bürgerinnen und Bürger einzurichten. Geeignete Standorte, die mit freiwilligen Mitarbeitern der Stadtverwaltung besetzt werden sollen, ermittelt die Verwaltung gerade.

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Auch im Fachbereich Straßen und Kanäle wurden bereits die Folgen eines teilweisen oder umfassenden Stromausfalls durchexerziert. Geklärt wird dabei unter anderem die Frage, wieviel Einstauvolumen das städtische Kanalnetz bieten kann, wenn die Pumpwerke, die das Schmutz- und Regenwasser zur Kläranlage in Ilverich transportieren, mangels Energie ausfallen. Positiv ist: Alle Erkenntnisse, die jetzt im Rathaus für den Blackout zusammengetragen werden, können in Zukunft auch als Grundlage für andere so genannte Großschadensereignisse – zum Beispiel Überschwemmungen oder Bombenentschärfungen größeren Ausmaßes – genutzt werden.

„Unsere Möglichkeiten sind begrenzt, wir tun als Stadt aber alles, um vorbereitet zu sein“, so Bürgermeister Christian Bommers. Aus einer Tatsache aber macht auch er keinen Hehl: „Entscheidend wird sein, dass die Bürgerinnen und Bürger – wenn es ernst wird – besonnen bleiben, Eigenverantwortung übernehmen und aktiv Selbsthilfe leisten.“

Hinweise und Empfehlungen, die regelmäßig aktualisiert und erweitert werden, sind auf der Internetseite der Stadt www.meerbusch.de unter der Rubrik „Katastrophenschutz“ (Unterthema: „Stromausfall“) hinterlegt.