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Schülerinnen aus Lank gießen Bäume gegen Hitze

Wasser für Bäume : Heldinnen an der Gießkanne

Täglich versorgen die Freundinnen Maya und Lilith zwei Bäume am Schützenplatz mit einer Gießkanne voll Wasser. Auf die Idee sind die beiden selbst gekommen. Wie sehr Bäume unter langen Trockenphasen und heißem Wetter leiden, hat uns Andrea Blaum vom BUND Meerbusch erklärt.

Voller Elan schleppen Maya und Lilith die bis zum Rand gefüllte Gießkanne die Straße hinunter zum Schützenplatz in Lank. Dort stehen „ihre“ Bäume, die von den Freundinnen täglich mit Wasser versorgt werden. Wer sie auf die Idee gebracht hat, die Bäume zu tränken? „Das waren wir selbst“, sagt die zehnjährige Maya stolz. „Lillith und ich sind am Schützenplatz vorbeigegangen und haben gesehen, dass die Rinde an den Bäumen abging.“ Seit etwas mehr als einer Woche nun gießen die Schülerinnen täglich jeweils einen Baum. „Manchmal gehen wir auch zweimal, um noch eine Gießkanne voll Wasser zu holen“, betont die neunjährige Lilith.

Über Nachahmer würden sich die Mädchen freuen. „Wenn jeder einem Baum Wasser geben würde, wäre das toll“, sagt Maya. Mayas Mutter ist von dem Engagement der Kinder begeistert. „Maya und Lilith haben ein tolles Umweltbewusstsein entwickelt. Sie sammeln Müll auf und sie verzichten auf Fleisch.“

Auch Andrea Blaum vom BUND Meerbusch lobt den Einsatz der kleinen Baumschützerinnen und weiß, wie sehr die Bäume unter langen Phasen mit trockenem und heißem Wetter leiden. „Für Garten und insbesondere Straßenbäume bedeutet das Stress. Zwar halten Bäume durch ihre tiefen Wurzeln trockene Phasen oft länger aus als andere Pflanzen, dennoch ist eine lange Trockenheit für heimische Bäume problematisch.

Doch ab wann ist der ausbleibende Regen für Bäume gefährlich und Hilfe durch Gießen notwendig? „Grundsätzlich unterscheidet man bei Laubbäumen nach der jeweiligen Trockentoleranz. Genügsam sind einheimische Arten des Ahorns, der Esche, der Buche und der Eiche. Mehr Wasserbedarf haben dagegen Birken, Weiden und Linden“, erklärt Andrea Blaum. Nadelbäume seien dagegen relativ hitzeresistent mit Ausnahme der Fichten – die seien als Flachwurzler besonders von den Trockenperioden betroffen.

Geht man so aufmerksam durch die Stadt wie Maya und Lilith, kann man den Bäumen den Wassermangel  ansehen. „Die offensichtlichsten Merkmale sind hängende Blätter und schlaffe, junge Zweige. Ist der Baum bereits länger einem Wassermangel ausgesetzt, verfärben sich die Blätter oder vertrocknen sogar. Spätestens jetzt ist es Zeit, den Baum zu bewässern“, betont Andrea Blaum.

Neben der Bewässerung mit dem Gartenschlauch oder der Gießkanne, stellt auch der Bewässerungssack eine Möglichkeit dar. Dieser lässt das Wasser langsam über Löcher in den Boden sickern. Im vergangenen Jahr konnte die Stadt Meerbusch etwa 450 der grünen Wassersäcke kostenfrei an umweltbewusste Anwohner verteilen, die diese dann regelmäßig befüllten. Nachschub gibt es ab morgen, 21. Juni, bei der Stadtverwaltung. Weitere 300 kostenlose Bewässerungssäcke können von sogenannten Baumpaten abgeholt werden. Wer sich einen Bewässerungssack abholt, geht einen „Baumpatenvertrag“ mit der Stadt ein. In einem Formular geben die Paten ihre persönlichen Kontaktdaten und den Standort des Baumes an, der versorgt werden soll (siehe Artikel „Wassersäcke für unsere Bäume“ auf Seite 3 dieser Ausgabe).