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Achtung, unnötige Heizkosten sparen​

Unnötige Heizkosten sparen : Schnell noch einen Blick auf den Zähler!

Ab 1. Januar wird einiges teurer, unter anderem auch Strom und Gas. Wer von seinem Versorger den tatsächlichen Zählerstand als Grundlage für die Jahresabrechnung genutzt haben will, sollte am letzten Tag des Jahres noch ablesen, ansonsten werde geschätzt, sagt Detlef Poullie, Dozent für Versorgungstechnik.

Die Gaspreisbremse entfällt ab morgen, die CO2-Abgabe steigt von 30 auf 45 Euro pro Tonne, der Mehrwertsteuerrabatt auf Energie entfällt früher, als geplant nun schon ab 1. März. Das bringt in 2024 für die meisten einiges an Mehrkosten für Heizung und Warmwasser. Allein die CO2-Abgabe schlägt bei einer Durchschnittsfamilie mit 20 000 Kilowattstunden Gasverbrauch im Jahr mit 214,20 Euro statt wie bisher 128,40 Euro zu Buche. „Ich äußere mich nicht gerne politisch, aber bei dem ewigen Hin und Her der Regierung kann man den Leuten ihre Politikverdrossenheit nicht verdenken“, sagt Detlef Poullie, fernsehbekannter Dozent für Versorgungstechnik und Mönchengladbacher.

Wer nicht riskieren will, dass der Versorger mit geschätzten Zählerständen abrechnet, denen ab morgen deutlich höhere Kosten zugrunde liegen, sollte heute noch selbst ablesen und die Zählerstände möglichst bis 2. Januar an den Versorger durchgeben.

Auch die Strompreisbremse, die ursprünglich darauf abzielte, Haushalte vor Strompreisanstiegen über 40 Cent/kWh zu schützen, wird ab 2024 nicht mehr verfügbar sein. Im NEW-Bereich sei dann ein Preis von 43 Cent/kWh zu erwarten, so Poullie.

Beim Thema Wärmepumpe rät Poullie nach wie vor zu Bedacht. Wärmepumpen seien eine gute und umweltfreundliche Sache, sagt er – für neue Häuser und Altbauten, die saniert sind. Vor der Bestellung rate er unbedingt zu einem Energieberater, der feststelle, ob sich die teure Anschaffung überhaupt lohne und eigne. „Ich habe einige Mails von Leuten, die ihre Wohnung nicht mehr warm kriegen oder jetzt sehr hohe Betriebskosten haben“, sagt Poullie. Ein Energieberater koste zwar rund 1 300 Euro (die Förderung von 800 Euro entfällt ab sofort auch), beinhalte aber eine verbindliche Auskunft, für die der Berater auch hafte. Erste „Ermittlungen“, ob Haus oder Wohnung Wärmepumpen-geeignet sind, könne man selber schonmal anstellen, indem man die Vorlauftemperatur  und die Rücklauftemperatur vor der Nachtabsenkungbe und bevor morgens die Heizung wieder anspringe, miteinander vergleiche. Sei der Unterschied nur 2 bis 3 Grad, so sei das ein erster Hinweis, dass die Dämmung ausreichend und eine Wärmepumpe möglicherweise sinnvoll sein könne. Ein anderer „Test“ sei die Absenkung der Kesseltemperatur auf 50 bis 55 Grad. „Wenn die Wohnung dann trotzdem warm wird, ist das auch ein gutes Zeichen“, so Poullie.

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Für wen eine Wärmepumpe nicht infrage kommt, dem legt Detlef Poullie nach wie vor die wasserstofffähige Gasheizung ans Herz. Medienberichte, dass es zu 100 Prozent mit Wasserstoff zu betreibende Heizungen nicht gäbe, seien zu 100 Prozent falsch, so Poullie. Premiumanbieter wie Vaillant, Brötje und Viessmann würden sie schon seit mehr als zwei Jahren anbieten.

Poullie selber hofft, dass die NEW in Zukunft auf die Beimischung von Wasserstoff setzt (Extra-Tippp berichtete), wie es in Sachsen-Anhalt, Bayern und sogar in einem Teil des benachbarten Willich schon seit einiger Zeit praktiziert wird. Seien es mehr als 20 Prozent, könne man eine Gasheizung mit einem Umbausatz (rund 300 Euro) nachrüsten.

Leute die fernab von Gasleitungen auf dem Land wohnten, können  Biogas nutzen und nicht zu vergessen die Billigvariante der Wärmepumpe: die Klimaanlage. Die südlichen Länder machten uns vor, wie man damit auch heizen könne, so Poullie – inklusive Stromgewinnung durch Solarthermie auf dem Dach.