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Agentur für Arbeit Mönchengladbach zieht Bilanz​

Agentur für Arbeit über den Gladbacher Arbeitsmarkt : Stabile Lage, große Chancen

Gute Nachrichten von der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Nach einem Jahr, das von Corona, Krieg, Energiekrise und Inflation überschattet wurde, und einem Jahreswechsel, der mit der Einführung des Bürgergelds neue Herausforderungen mit sich brachte, zeigen sich Rainer Imkamp, Chef der Arbeitsagentur Mönchengladbach, und Klaus Müller, Geschäftsführer des Jobcenters, auf 2022 rückblickend zufrieden und in die Zukunft schauend optimistisch.

„Wir haben es im dritten Coronajahr fast geschafft, die Zahlen von vor der Pandemie wieder zu erreichen!“, fasst Rainer Imkamp das Ergebnis der von der Arbeitsagentur Mönchengladbach 2022 unternommenen Anstrengungen zusammen. Tatsächlich sprechen die Zahlen für sich: 7,2 Prozent weniger Arbeitslose als 2021 (in NRW -6,9 Prozent), ganze 18,6 Prozent weniger junge Arbeitslose (15 bis 25 Jahre) und 8,4 Prozent weniger Langzeitsarbeitslose. Auch Kurzarbeit ist kaum noch ein Thema. „Es ist gelungen, Menschen in Arbeit zu halten und in Arbeit zu bringen“, so Imkamp stolz. Und das, wohlgemerkt, in einer Zeit, in der die Agentur für Arbeit eine zusätzliche große Aufgabe zu bewältigen hatte: „Wir mussten in kürzester Zeit Hunderte von Geflüchteten aus der Ukraine in unser Leistungssystem aufnehmen und integrieren“, berichtet Jobcenter-Chef Klaus Müller. Trotz gewisser Engpässe, etwa bei Sprachkursen, sei dies gut gelungen. „Die Menschen sind angekommen!“, sagt er und lobt sowohl die meist gute Ausbildung der Ukrainer*innen als auch deren Motivation, die deutsche Sprache zu lernen und in Arbeit zu kommen.

Bei allen großen und kleinen Erfolgen, die die Gladbacher Arbeitsagentur zu vermelden hat, freut sich Agenturchef Rainer Imkamp insbesondere über den Rückgang im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit. „In Anbetracht der demographischen Entwicklung ist es wichtig, dass kein Jugendlicher zurückbleibt“, erklärt er und berichtet von den aktuell enormen Chancen junger Menschen auf einen Traumberuf und von den vielen Möglichkeiten, sich zu informieren und zu bewerben. „Die Chancen sind gigantisch gut“, sagt er und verspricht: „Alle motivierten und flexiblen Jugendlichen aus Mönchengladbach, die bis Ende Februar mit ihrem Halbjahreszeugnis zur Berufsberatung kommen, können mit einem guten Ausbildungsplatz im Sommer beziehungsweise bei schwächeren Noten mit der Vermittlung in eine Ausbildungsvorbereitung rechnen!“

Damit kommt er aber auch zu einer der aktuell größten Herausforderungen. Denn: In den nächsten zehn Jahren werden in Mönchengladbach rund Prozent und in den nächsten 20 Jahren sage und schreibe 50 Prozent der Fachkräfte in Rente gehen, und das branchenübergreifend mit Schwerpunkt im Handwerk.

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Das Problem: Es sind nicht genug Fachkräfte nachgewachsen. Mit einer einzelnen Maßnahme ist es da nicht getan, so Imkamp, „das geht nur über ein Bündel von Maßnahmen!“ Man brauche eine intelligente Digitalisierung in Bereichen, in denen es keine Fachkräfte gibt, intelligente Fachkräfte-Zuwanderung, eine Willkommenskultur und natürlich auch eine chancenorientierte Nutzung der Potentiale der gemeldeten Arbeitslosen. Dazu gehört unter anderem auch eine den alten Vermittlungsvorrang ablösende Ausweitung der Weiterbildung. Dass diese im Rahmen der Bürgergeldeinführung  nun wieder gefördert wird (75 bzw. 150 Euro pro Monat bei einer abschlussorientierten Weiterbildung), begrüßt Klaus Müller nicht von ungefähr. Denn das Gros der Arbeitslosen bewege sich auf Hilfskraftniveau und kann die vielen offenen Fachkraftstellen in Mönchengladbach nicht besetzen. Für die wenigen Fachkräfte auf dem lokalen Markt ist das gut, denn die werden von den Betrieben gehalten, wertgeschätzt und entwickelt. Für Impkamp und sein Team wird es die wohl größte Aufgabe für 2023, Arbeitsmarkt und Arbeitskräfte wieder passend zu machen.