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Ampel der Bezirksvertretung Süd blickt zurück auf die letzten 12 Monate

Ampel der Bezirksvertretung Süd blickt zurück : Große Chancen und kleine Lösungen

Während die Ampel-Koalition im Bund diese Woche ihren Koalitionsvertrag präsentiert hat, blickt die Ampel der Bezirksvertretung Süd auf ein Jahr Arbeit zurück.

Bezirksvorsteher Ulrich Elsen (SPD), Horst Schnitzler (SPD), Peter König (FDP) sowie Susanne Vehling-Feinendegen und Marcel Klotz (Bündnis 90/Grüne) haben am Dienstag, 23. November, in den „Zwischenraum“ eingeladen – und das nicht zufällig, denn „Wir gehören mitten in den Stadtteil!“, sagt Elsen, und betont noch einmal: „Mit rund 90 000 Menschen in Rheydt und Odenkirchen ist es ein großer Bezirk, mit Problemen, aber auch mit viel Entwicklungspotential.“

Wichtige Basis für alle Überlegungen und Anstrengungen ist die Erkenntnis: „Wir befinden uns in einer Schrumpfphase“, wie Marcel Klotz es ausdrückt. Der Trend in Richtung E-Commerce lasse dauerhaft keine zwei Stadtzentren zu und daher gelte es, zu überlegen: Was soll Rheydt dann sein? Ein „Wohnquartier mit guter Nahversorgung“, ist man sich in der Ampel einig, mit
Marktplatz, Rathaus, Hauptkirche und Wochenmarkt als Kern von Rheydt. „Das Herz von Rheydt muss weiter schlagen“, appelliert Klotz, berichtet von der Bildung eines Arbeitskreises Wochenmarkt und diversen Maßnahmen, die bereits Erfolge verbuchen konnten. So gebe es einige neue Marktstände, mehr Besucher und eine spürbare Belebung auch in den Nebenstraßen.

Bezirksvorsteher Elsen setzt ebenfalls auf die Strahlkraft des Wochenmarktes und versichert, dass dieser auch während der Bauphase des neuen Rathauses stattfinden soll – und zwar möglichst am selben Platz. Außerdem soll sich der Marktplatz weiter öffnen, für Familien mit Kindern attraktiver gemacht, die Gastronomie mit dem Markt verzahnt und „die Blumentopftdebatte endlich vom Tisch gekriegt“ werden. Die Gestaltungssatzung werde überarbeitet und solle den Einzelhändlern und Gastronomen wieder mehr Freiheiten geben. Im Frühjahr soll die endgültige Fassung kommen, so Peter König. „Wir wollen ja Leben reinbringen...!“ Mehr Leben, aber weniger Durchgangsverkehr heißt es bereits in der Fußgängerzone der Hauptstraße, die durch Poller verkehrsberuhigt wurde.

Die Entwicklung der Rheydter Innenstadt ist und bleibt wohl ein Reizthema. Auch in puncto Sauberkeit ist durchaus noch Luft nach oben. Die Zahl der Abfalleimer habe sich in den letzten Jahren verdreifacht, so Elsen. Aber es gebe eben immer wieder Menschen, die nicht verstünden, wie man Müll entsorgt.

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Für eine weitere „Baustelle“, die von Leerstand betroffene Shopping-Galerie am Rheydter Marienplatz, sieht Marcel Klotz durch die Modernisierung und die Eröffnung einer Netto-Filiale im Frühling neue Chancen. In Sachen Rathausneubau unterstreicht Elsen auch noch einmal die große Chance für Rheydt – durch rund 1 400 entstehende Arbeitsplätze, die Belebung der Innenstadt und den Beitrag zum angestrebten Mix aus Handel, Wohnen, Kultur und Arbeiten.

„Baustellen“ gibt es weitere, nicht nur in der Rheydter City. So kam unter anderem die inzwischen abgeschlossene Neugestaltung des Platzes in der Keplerstraße ebenso zur Sprache wie die Verkehrsberuhigung des Parkplatzes am Pahlkebad. Desweiteren seien Tempo-30-Zonen angestoßen und Einbahnstraßen beschlossen worden.

Die Arbeit der Ampel geht weiter. Denn, wie Elsen sagt: „Rom ist nicht an einem Tag gebaut worden, das gilt auch für Rheydt und Odenkirchen“. Aber man wolle trotz der schwierigen Lage das Beste herausholen und habe bereits viele Entwicklungen angestoßen. In Anbetracht des Schuldenbergs und der aktuell noch nicht zu beziffernden Folgen von Corona gehe es dabei darum, die vorhandenen Mittel so effektiv wie möglich einzusetzen und manchmal durchaus auch „kleine Lösungen“ zu bevorzugen.

Elsens Versprechen: „Wenn wir nächstes Jahr wieder zusammenkommen, werden Sie sehen, dass wir wieder ein Stück weitergekommen sind.“