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Anwohner kämpfen um barrierefreien Weg

Wann kommt der Ersatzweg für die unterbrochene Borsigstraße? : Viel Gras drüber gewachsen

Es war einmal... ein Feldweg, der verband Borsigstraße und Dünner Feldweg. Viele Anwohner*innen nutzten ihn als Verbindung zwischen Bettrath-Hoven und Neuwerk-Engelbleck mit seinen Geschäften. Dann erweiterte die dort ansässige Firma ihr Firmengelände. Und weg war der Weg. Über zehn Jahre ist es her. Auf einen Ersatzweg warten die Anwohner bis heute.

Über den Trampelpfad, den Hans-Joachim Rochner, seine Frau Lucia und andere Bettrather am eingezäunten Drekopf-Gelände vorbei in Richtung Engelblecker Straße, „angelegt“ haben, ist Gras gewachsen. So viel Gras, dass ein Durchkommen zu Fuß beschwerlich ist. Für Rochner, ehrenamtlicher Schriftführer beim VdK Ortsverband Neuwerk/Lürrip, welcher sich für „Barrierefreiheit“ einsetzt, ein rotes Tuch. „Da kann kein Mensch mit Rollator durch“, sagt er. Besonders ältere Leute im Viertel, die Bewohner*innen aus dem Altenheim eingeschlossen, seien betroffen. Der VdK Ortsverband Neuwerk/Lürrip schließt sich dem an: „Der Weg war eine wichtige Verbindung zwischen Bettrath und Neuwerk. Die barrierefreie und historisch gewachsene Wegstrecke abseits des ständig wachsenden Straßenverkehrs für Fußgänger, Radfahrer, sowie Rollstuhlfahrer, Nutzern von Rollatoren, Fahrern von vierrädrigen E-Mobilen und weiteren Bürgern mit eingeschränkter Mobilität wird schmerzlich vermisst. Daher begrüßt der VdK jegliche Aktivität diesen Verbindungsweg wieder herzustellen.“

Auch Birgit Schmitt-Janßen ärgert sich seit Jahren. „Ich muss einen großen Umweg mit dem Rad fahren. Wenn es trocken ist, kann ich an Drekopf vorbeigehen, aber der Rückweg mit vollen Einkaufstaschen geht nicht gut über den holprigen Feldweg. Da fährt man lieber mit dem Bus oder dem Rad nach Eicken zum Einkaufen.“

Neu ist das Problem nicht. Rund zehn Jahre sind mittlerweile ins Land gegangen, seitdem die Firma Drekopf ihr Gelände erweitert und sich dafür einen Teil der Borsigstraße „einverleibt“ hat – natürlich nicht einfach so. Es gibt ein Agreement mit der Stadt, dass ein Ersatzweg gebaut werden soll. Trotzdem: Die einstige Verbindung zwischen Borsigstraße und Dünner Feldweg bzw. dem Feldweg nach Bettrath-Hoven war plötzlich weg. Und das ist sie bis heute.

Für Martin Asbeck, Vorsitzender des VCD Kreisverband Heinsberg-Mönchengladbach-Viersen, und Verbandskollege Bert Lanphen, ist das jahrelange Aufschieben ein großes Ärgernis. „Wir drängen seit Jahren, dass der Fußweg dringend nötig ist. Auch als Anschlussverbindung für den geplanten Radschnellweg muss der Weg her“, erklären sie und berichten, wie sie immer wieder vertröstet wurden. Auch ein Beschluss der Bezirksvertretung vom 29.9.2016 habe keine Veränderung gebracht. Im Bebauungsplan NR 547/V sei ein Fußweg/Radweg zwar vorgesehen, doch obwohl der Plan sich augenscheinlich in der Endphase der Realisierung befinde – sei von einem Fußweg nichts zu sehen. „Man hat uns auf 2023 vertröstet“, sagt Lanphen. Doch er fragt sich, „ob das nicht wieder verschoben wird...“

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„Mönchengladbach will doch eine fahrradfreundliche Stadt sein“, sagt Asbeck. „Das sehe ich hier nicht!“ Lanphen pflichtet ihm bei: „Da wird eine Straße abgebrochen und kein Ersatz geschaffen. Die Stadt hätte zeitnah ein attraktives Angebot bieten müssen.“

Die Stadt Mönchengladbach erklärt auf Anfrage, dass im städtischen Haushaltsplan unter der Maßnahme „BP 547/V Loosenweg“ für 2023 Finanzmittel eingeplant seien. Der Ausbau der Verkehrsfläche für die Erschließung der Wohnbebauung und der Radweg werden dann realisiert. Wie der Radweg im Detail ausgebaut werde, stehe zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest.