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Ballonfiguren, Zauberluft und Kinderlachen

Bernhard Hansens 365. Vorstellung in der Kinderklinik : Der Zauberer vom Eli

Fragt man die Ärzt*innen und Pfleger*innen in der Kinderklinik nach dem Zauberer, hört man es durch die Bank weg: „Der war schon immer da.“ Nur Oberarzt Dr. Ingo Klein und ein Kollege sind schon so lange da, dass sie sich schwach an eine Zeit vor Bernhard Hansen erinnern.

Seit fast zwanzig Jahren kommt Bernhard Hansen nun schon regelmäßig alle zwei bis drei Wochen mit seinem Zauberkoffer auf die Station und verzaubert die kleinen Patienten. Sein Programm variiert er jedesmal ein bisschen, damit auch Kinder, die länger im Krankenhaus bleiben müssen, immer aufs Neue ihren Spaß haben. Genau darum geht es Hansen. „Das ist es, was ich liebe“, sagt er. „Die Zauberei reißt die Kinder für eine Dreiviertelstunde aus ihrem Klinikalltag“, sagt er. „Sie vergessen komplett, dass sie krank sind.“

Welche Freude Hansen auf der Station verbreitet und welchen Zauber er vollbringt, ist kaum zu beschreiben. Man muss die begeistert rufenden, lachenden, vor Belustigung quietschenden Kinderstimmen hören, aber auch in die gelösten Gesichter der Eltern schauen, wenn er wie bei dieser Jubiläumsshow ein Kunststück mit der Quietscherassel und dem Ball, bei denen er „die Geräusche austauscht“ vorführt, den Drei-Seile-Trick macht oder für die Kinder Luftballonfiguren nach Wunsch formt. „Den kleinen Onkel?“, fragt er ein Mädchen. „Ach ja, Pippi Langstrumpf – die hat das Pferd hochgehoben, das ich geknotet hat“, fällt ihm spontan ein. Rund 20 Augenpaare von Kindern und einige von Eltern, die ihre teils sehr kleinen Kinder auf dem Schoß sitzen haben, sind an den Zauberer geheftet. Hansen hat alle im Blick, hört jedes Kind und geht mit großem Herz auf jedes ein.

Weil an diesem Mittwoch Jubiläum ist, „geht keiner unter 18 ohne Ballonfigur“, hat er beschlossen. Und nicht zu vergessen die Zauberluft, durch die „alle drei Minuten früher wieder gesund werden“ – die bekommen natürlich auch alle. Die „Spendierhosen“ hat der Zauberer ebenfalls an. Er zaubert Weckmänner – von der Klinik bereitgestellt – herbei und verteilt sie zum Abschluss an die Kinder. Doch auch er bekommt ein Geschenk. „Ein Büchlein für meine neue Wortsammlung“, freut er sich und erklärt: „Ich bin nämlich Wortesammler, habe zum Beispiel schon das Wort ‚Blumen‘ in 75 verschiedenen Sprachen gesammelt. Zurzeit sammle ich ‚Danke‘, für mein neues Büchlein dann vielleicht das Wort ‚Freundschaft’, das ist auch ein schönes Wort, mal sehen...“

„Danke“ – dieses schöne Wort hört der Zauberer vom Eli an diesem Tag nicht zum ersten Mal. Es kommt von Dr. Ingo Kern, Oberarzt in der Kinderklinik, und seinem Team. „Kinder wie Eltern sind wie verwandelt, wenn der Zauberer bei uns ist“, schwärmt der Oberarzt, selbst Zauberschüler, wie er verrät. „Sie vergessen alle Ängste, Sorgen und schlechten Gedanken. Dass bei dem freudigen Tumult im Flur, direkt vor seinem Arbeitszimmer, so manche Aufnahme auf seinem Diktiergerät voller Kinderlachen ist nimmt er gelassen. „Wir sind unglaublich dankbar, dass Bernhard Hansen unserer Klinik treu geblieben ist“, betont er.

Wie schön, dass der Zauberer verspricht, weiter zu kommen, „solange man mich lässt!“