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Bedrohten Fledermäusen in Wegberg helfen

Schutz für bedrohte Fledermausarten : Orte zum Abhängen gesucht

Alle 25 Fledermausarten, die in Deutschland vorkommen, sind geschützt und stehen auf der Roten Liste. Viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Deshalb startet die Naturschutzaktion Haus Wildenrath jetzt eine Aktion zum Schutz gefährdeter Fledermausarten.

Sie hängen gerne rum – vorzugsweise am Tag. Wo? In Lagerschuppen, Kirchtürmen oder an älterer Bausubstanz mit vielen Ritzen und Spalten wie zum Beispiel in den Gebäuden des ehemaligen Joint Headquarters (JHQ) in Mönchengladbach: Fledermäuse. Hier konnten insgesamt fünf Fledermausarten nachgewiesen werden: Zwergfledermaus, Breitflügelfledermaus, Rauhautfledermaus, Braunes Langohr und Kleiner Abendsegler.

Eine große Gefahr für die friedlichen Nachtgestalten ist die Zerstörung ihrer Lebensräume. Es gibt immer weniger Jagdreviere mit ausreichend Insekten als Nahrung. Auch der Verlust von Landschaftselementen wie Gehölzstreifen, entlang derer Fledermäuse gerne auf Nahrungssuche gehen, wirkt sich negativ auf die fliegenden Säugetiere aus. In den Siedlungsbereichen findet zudem ein Verlust alter Bausubstanz statt.

Fledermäuse sieht man meistens bei Einbruch der Dämmerung in der Luft. Dort jagen und fressen sie zugleich. Um sich vor Feinden zu schützen, zum Schlafen, für die Aufzucht ihrer Jungen oder für die Überwinterung sind sie auf sichere Quartiere angewiesen, und davon brauchen sie in der Regel zwei.

Die europäischen Fledermausarten haben sowohl Sommer- wie auch Winterquartiere. Als Sommerquartiere dienen Baumspalten, alte Spechthöhlen, Mauerspalten oder Dachböden. Für den Winter werden Orte gesucht, die frostfrei sind und an denen die Temperatur nicht unter ein Grad Celcius fällt.

Um den bedrohten Fledermausarten zu helfen, startet die Naturschutzstation Haus Wildenrath wieder ihre Aktion „Orte zum Abhängen“. Es werden Haus und Hofbesitzer – vorzugsweise in der Umgebung des ehemaligen JHQ – gesucht, die Fledermäusen ein Quartier anbieten möchten. Interessent*innen können sich bei der Naturschutzstation Haus Wildenrath e.V. melden: Astrid Linzen, 02432/93 460 44, linzen@naturschutzstation-wildenrath.de