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Caritas will nach der Pandemie neue Normalität mitgestalten

Caritas Sommertour mit Gästen : Austausch über die neue Normalität

Das deutsche Sozialsystem kann was, aber in der Pandemie hat es an manchen Stellen auch geschwächelt. Für die Caritas kommt es daher darauf an, nach der Pandemie neue Normalität zu gestalten, die anders sein soll als zuvor. Entsprechend dem Motto der aktuellen Caritas-Dachkampagne „#DasMachenWirGemeinsam“ hatte sie die Politiker*innen Gülistan Yüksel, Dr. Günter Krings und Kathrin Henneberger zum Gespräch eingeladen. Das nannte sich dann Sommertour.

Wenn Architekten sich mit Quadratzentimter-Vorschriften rumschlagen müssten, die Bürokratie „überbordend“ sei und Investoren schon das Weite suchten, wenn sie nur Sozialer Wohnungsbau hörten, dann laufe was schief. Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritas Mönchengladbach, reißt beim Thema bezahlbarer Wohnraum inzwischen schnell mal der Geduldsfaden. Fördermittel hielten mit den Baukosten nicht Schritt, Gebühren seien unverhältnismäßig hoch, Genehmigungsverfahren unverhältnismäßig lang. Er weiß, wovon er redet, denn die Caritas hat sich in den letzten Jahren unter dem Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ stark um bezahlbaren Wohnraum bemüht und baut im Moment die Kirche St. Johannes in geförderten Wohnungsbau und Service-WGs für ältere Menschen um. Die geladenen Politiker*innen, die Bundestagsabgeordneten Gülistan Yüksel, SPD, und Dr. Günter Krings, CDU, sowie Politik-Neuling Ulla Schmitz in Vertretung für die erkrankte Bundestagskandidatin Kathrin Henneberger, Grüne, stimmen betreten zu, uniso. Das Wort „Bürokratie-Monsterland“ spricht nicht Frank Polixa aus, sondern Gülistan Yüksel.

Sieben Stunden lang hatten sich Politiker*innen, Gäste vom Caritasverband Bistum Aachen und die Geschäftsführung der Mönchengladbacher Caritas ausgetauscht, hatten die Caritas-Tagespflege und ambulantes betreutes Wohnen in Holt besucht, sind zur Baustelle der Kirche St. Johannes geradelt und haben im Begegnungszentrum Hannes diskutiert. „Danke, dass Sie dafür im anstrengenden Wahlkampf Zeit hatten“, so Dr. Christof Wellens, erster Vorsitzender der Caritas Mönchengladbach.

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Natürlich wurde auch über das Thema Pflege gesprochen, die Bezahlung von Pflegekräften, drohende Kürzungen von Förderungen, lange Wartelisten, das oft schlechte Image des Berufes und die Leidenschaft, mit der Caritas-Pflegepersonal seinen Job ausübe. „Wir haben Kolleg*innen in Schleiden, die haben beim Hochwasser alles verloren und sind am nächsten Tag zur Arbeit erschienen, weil die Pflegebedürftigen sie ja brauchten“, so Diözesancaritasdirektor Stephan Jentgens, „unglaublich“. „Wir werden alles daran setzen, dass Menschen nicht länger auf Wartelisten stehen“, so Gülistan Yüksel. Dr. Günter Krings lobt die Gladbacher Tradition des sozialen Zusammenhaltes, das Engagement von Ehrenamtlern. Es sei schon viel für die Pflege getan worden, „trotzdem ist noch viel zu tun“. Das Pflegebudget müsse zum Beispiel flexibler werden.

„Wir machen ‚Wahlkampf’ für die, die unsere Stimme brauchen“, sagt Stephan Jentgens.