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Die Stadt Mönchengladbach informierte zum aktuellen Coronstand.

Aktueller Coronastand : „Gladbach schlägt sich nicht schlecht“

Wie weit ist Mönchengladbach geimpft? Was ist mit Tests? Rechnerei um die Inzidenzzahlen: Am Mittwoch brachte die Stadt die Presse auf den aktuellen Coronastand.

Coronakonform virtuell fand das Pressegespräch am Mittwochmorgen statt. Oberbürgermeister Felix Heinrichs und die Verantwortlichen der verschiedenen Tätigkeitsbereiche in Sachen Impfen, Testen, Coronaregeln standen Rede und Antwort. „Gladbach schlägt sich nicht schlecht“, leitete der OB das Gespräch ein. Die Anfragen nach Impfungen seien zur Zeit groß.

Von Gesundheitsamtsleiter Dr. Klaus Laumen gab es zunächst Medienschelte im Bezug auf Zweifel an den Inzidenzzahlen. „Kühne Pseudorechner“ kämen mitunter auf andere Zahlen, als die vom Robert Koch-Institut herausgegebenen. „Die Zahlen beziehen sich auf den Meldetag, nicht auf den Zuwachstag“, so Laumen, Worte, wie „Ungereimtheiten“ seien da völlig fehl am Platz. Er klärte zudem noch einmal darüber auf, dass Schnelltests nicht so zuverlässig seien (geschätzte Sensitivität von 60 Prozent) wie PCR-Tests. Manch einer wiege sich da in trügerischer Sicherheit. Dass Menschen vom Platz eins der Prioritätenliste seit einiger Zeit nicht mehr erkrankten oder starben, ist für den Gesundheitsamtsleiter ein Signal, dass man auf dem richtigen Weg sei, „ein 100 Prozent phantastisches Ergebnis“. Für ihn seien Zergeleien, wer zuerst mit Impfen dran sei, etwa der Lehrer oder der Polizist, nicht nachvollziehbar. Für ihn bleibe es dabei: Wer zu Schaden kommen könne, müsse vorrangig geimpft werden. Wieviele PCR-Tests bislang gemacht worden seien, könne man nicht sagen, da die negativen nicht gemeldet würden. Bürgertests seien in den 134 Teststellen im Stadtgebiet seit dem 8. April 161 209 gemacht worden, 771 mit positivem Ergebnis. Und auch Feuerwehrchef Dirk Schattka kann noch Zahlen beisteuern. Mit Stand von Dienstag seien 107 000 Impfungen verabreicht worden, davon 83 560 Erstimpfungen. Schattka und seine Leute sind zuständig für die Organisation des Impfzentrums. „Prio zwei soll an diesem Wochenende abgeschlossen werden“, sagt er. Dann seien alle Menschen mit der Prioisierung eins und zwei, also über 80- und 70-jährige, sowie Berufsgruppen aus dem medizinischen Bereich, der Pflege und Rettung sowie in einer Osteraktion chronisch Kranke über 60, geimpft. „Wir verimpfen alles, was kommt. In Mönchengladbach verfällt kein Impfstoff“, so der Beigeordnete Matthias Engel, ständiges Mitglied des Stabs außergewöhnlicher Ereignisse (SAE).

Gesundheitsdezernentin Dörte Schall lobte noch einmal das Lolli-Testsystem in Kindertagesstätten, PCR-Tests, die zuerst vom Land nicht übernommen wurden, inzwischen aber als richtungsweisend für andere Kommunen gelten. „Wenn wir wieder öffnen wollen, kann das nicht gehen ohne Lockerungen für Kinder.“ Hier seien bereits motorische Defizite festgestellt worden, weil der Sport fehle und viele Kinder lange nicht draußen gewesen seien. Schall betonte auch noch einmal die Dringlichkeit der Impfung von Wohnungslosen, die sich nicht in ihren eigenen vier Wänden schützen könnten.

Ansgar Günther, Leiter der Stabsstelle Corona beim Ordnungsamt, berichtete von der ordnungsbehördlichen Seite. Inzwischen gäbe es die 61. Fassung der Coronaschutzverordnung und seine Mitarbeiter müssten zahlreiche Fragen dazu beantworten. Die kämen per Mail oder über das Bürgertelefon, „in Spitzenzeiten bis zu 1 200 Anrufe am Tag“. 2 434 Anzeigen seien bis Mittwoch eingegangen, Bußgelder in Höhe von 137 000 Euro unter anderem für Masken- und Kontaktverstöße.

Auf Nachfrage wurde betont, dass weder Hinweise auf Hotspots an bestimmten Stellen mit prekären Wohnverhältnissen noch in öffentlichen Verkehrsmitteln bekannt seien. Wie die Nachweise von Geimpften und Genesenen aussehen, bis es den europaweiten Impfausweis gebe, das sei bislang nicht festgelegt.