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Ex-Borusse Wolfgang Kleff appelliert an Bürger, mitzumachen

Torwart-Legende Wolfgang Kleff von Corona genesen : Einfach zusammengeklappt

Der Ex-Borusse und Torhüter-Legende Wolfgang Kleff hat Corona überstanden. Er erzählt, wie er sich gefühlt hat.

„Ich bin der Wolfgang.“ Damit ist die Atmosphäre schon gesetzt, in der die Begegnung mit der Torwartlegende Wolfgang Kleff stattfindet. Nicht vor dem Torgehäuse, dafür auf der H 1, derzeit die Covid-Station der Städtischen Kliniken. Der 74-jährige wird am 13. Tag nach der Einlieferung per Krankenwagen entlassen. Er ist noch ein wenig „wackelig auf den Beinen“, meint er, lässt aber keinen Zweifel, dass er froh ist im Eli „gut versorgt“ worden zu sein. „Nicht nur wegen der Medizin, vor allem auch wegen der Betreuung.“ Das Positive im Gesicht der Schwestern, Pfleger und Ärzte, habe ihn „nach vorne gebracht und hoffen lassen.“ Dünn ist er geworden, denkt man unwillkürlich, als er vor einem steht, in Jeans, grauem Kapuzenshirt und Turnschuhen.

Wann und wie er sich mit Covid-19 abgesteckt haben könnte, weiß er nicht: „Ich habe immer Maske getragen. Massen gemieden und beim Einkaufen Abstand gehalten.“ Ohne Vorzeichen sei er von jetzt auf gleich „zusammengeklappt“ und habe sich aus eigener Kraft nicht mehr erheben können. Vorsorglich waren alle in seinem Umfeld getestet worden und hatten Quarantäne gehalten, „aber alle Ergebnisse waren negativ. Ich habe zum Glück niemanden angesteckt.“

Prof. Dr. Huan Nguyen ist davon überzeugt, dass der Sportler es seiner Konstitution zu verdanken hat, dass er die „heimtückische Krankheit“ vergleichsweise gut überstanden hat, „und seinem unbedingten Siegeswillen.“

Behandelt worden war Wolfgang Kleff mit der Standardtherapie „bei mittelschweren Verläufen der Erkrankung, mit Sauerstoff, Cortisol und einem Antibiotikum.“ Die Isolierstation H 1 des Eli sei derzeit mit 13 Patienten voll belegt, so Nguyen: „Etwa 30 Prozent der Patienten die auf diese Station aufgenommen werden, müssen anschließend auf die Intensivstation verlegt werden.“ Das Borussen Urgestein gehöre damit zu den glücklicheren Patienten.

„Die Angst war das Schlimmste. Die Angst zu ersticken“, erinnert sich Wolfgang Kleff. Diese Erfahrung wünsche er niemandem. Ab etwa dem dritten Tag habe er Veränderungen in seinem Körper gespürt, „da war mir klar, dass es besser wird.“ Ehrfurcht und Dankbarkeit habe er in dieser Zeit entwickelt, und er hat gelernt, „dass Gesundheit nichts Selbstverständliches ist.“

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Sohn Sebastian und Lebensgefährtin Patricia Ridder haben Wolfgang Kleff aus der Klinik abgeholt. Die ersten Schritte waren noch vorsichtig. Dem ehemaligen Leistungssportler ist klar, dass er mögliche Rückschritte akzeptieren muss. „Ich muss an meiner jetzigen Verfassung mit Geduld arbeiten. Jetzt genieße ich erst einmal, dass ich die frische Luft atmen kann.“

Deutlich fällt sein Appell aus: „Es ist eine Unverschämtheit seinem Umfeld gegenüber, sich nicht zu schützen und das Risiko billigend in Kauf zu nehmen.“