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Ganztagsbetreuung für Mönchengladbacher Grundschulkinder ab 2026

Recht auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab 2026 : Wohin geht’s über Mittag?

Wenn Kinder eingeschult werden, sehen sich viele Eltern mit einer Betreuungslücke konfrontiert. Waren die Kleinen in „Kiga“ oder „Kita“ noch bis zum Nachmittag versorgt, kommen sie schon mittags aus der Grundschule. Das soll sich ändern. Inwiefern und was das für Mönchengladbach bedeutet, haben Dr. Gert Fischer, Beigeordneter für Bildung, Kultur und Sport, und OB Felix Heinrichs jetzt erläutert.

Der „Spagat“ zwischen Job und Familie soll auch nach der Einschulung gelingen, daher ist jetzt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder eingeführt worden. Der tritt zum 1. August 2026 in Kraft, gilt zunächst für Erstklässler und wird dann jedes Jahr um eine Stufe ausgeweitet, so dass ab August 2029 jedes Grundschulkind einen Anspruch auf ganztägige Betreuung hat. Der aktuelle Gesetzentwurf geht dabei von einem Anspruch auf zehn Wochenstunden aus, die jedem Kind zustehen, insofern dies von den Eltern gewünscht ist.

So weit, so erstrebenswert, findet auch Gladbachs OB Felix Heinrichs, der klare Vorteile für die frühkindliche Bildung und „mehr Teilhabechancen“ sieht. Aber für die Kommunen bedeutet dies zugleich eine enorme Herausforderung. Weitere Betreuungsmöglichkeiten und -plätze „für über Mittag“ müssen her. Und das „kostet“. Die vom Bund zugesagte finanzielle Unterstützung wird diese Kosten nicht abdecken. Das Schwierige an der Planung ist aber auch, den künftigen Bedarf einzuschätzen. „Denn es werden ja nicht alle Eltern von ihrem Rechtsanspruch Gebrauch machen“, erklärt der Beigeordnete Dr. Gert Fischer.

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Wie viele Plätze werden also zusätzlich zu den vorhandenen Übermittag-Betreuungsplätzen, z. B. im Ogata-Bereich, gebraucht? Vermutlich einige. Davon geht auch der OB aus. Aber es müsse deshalb nicht zwingend viel mehr Neubauten geben. „Bauen werden wir“, sind sich Heinrichs und Fischer einig, „aber wir setzen auch auf die Umgestaltung von vorhandenen Schulräumen in multifunktional genutzte Räume.“ An der Vitusschule und der KGS Ohler hat man dieses Konzept übrigens bereits umgesetzt.

Mit den Plätzen allein ist es aber nicht getan. Es werden zusätzliche Betreuer gebraucht. Und der Markt an Fachpersonal sei gerade „leergefegt“, so Fischer. Das liegt zum einen daran, dass in der Übermittagbetreuung in der Regel keine Vollzeitstellen angeboten werden, zum anderen daran, dass Fachkräfte dort weniger verdienen als beispielweise in einer Kita. Ob die Anpassung der Tarifverträge die Gesamtsituation entspannt, wird sich zeigen. Auch, ob der derzeitige Personalschlüssel in den Ogatas gehalten werden kann, wenn ab 2026 viele Kinder dazustoßen, bleibe abzuwarten, so der OB. Daher denke man auch bereits über neue Trägerschaften nach. Die Stadt selbst wie auch private Unternehmen könnten das übernehmen.

Fazit: Die Stadt Mönchengladbach macht sich bereit, wenn sie auch mit der einen oder anderen „großen Unbekannten“ rechnen muss. Eltern dagegen werden schon im kommenden Jahr eines klar zu spüren bekommen: Die Beiträge für einen Ogata-Platz werden erhöht – gestaffelt nach dem Einkommen, im Schnitt aber um 40 Euro/Monat für das erste Kind.